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Kritik: Beyond punishment (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In "Beyond Punishment" beschäftigt sich der deutsche Dokumentarfilmer Hubertus Siegert auf äußerst sensible Weise mit einem Thema, welches in der Tat ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und an Pietät verlangt. Dem Film liegt die Einsicht zu Grunde, dass keine Form der Bestrafung das Geschehene rückgängig machen kann und stellt die Frage, wie Täter und Hinterbliebene damit am besten dauerhaft umgehen können. Im Zentrum steht der Gedanke von Vergebung. Als Weg hierzu dient der Dialog. Dies ist jedoch eine schwierige Reise, die den Betroffenen wirklich alles abverlangt.

Siegerts Dokumentation übersetzt diesen Prozess in eine filmische Reise, die in einem Hochsicherheitsgefängnis in Wisconsin beginnt. Dies ist der Ort eines bislang weltweit einmaligen Experiments. Alle halbe Jahre begegnen sich dort Häftlinge und Verbrechensopfer, um miteinander zu reden. Die Bereitschaft zu reden und zuzuhören wird dadurch erleichtert, dass nicht Täter und Opfer des gleichen Falls aufeinandertreffen. So wird es ermöglicht, dass beide Seiten über ihre jeweiligen Gefühle sprechen können, was das gegenseitige Verständnis fördert.

Anhand der drei von Siegert konkret begleiteten Fälle zeigt sich, wie groß und wie vielfältig die Hindernisse auf dem Weg hin zu einer Annäherung sein können. Im Falle von Lisa und Leola ist es der Täter, der sich trotz Beweise bis heute weigert seine Schuld einzugestehen. Im Falle von Stiva und Eric sucht der Täter das Gespräch, das Eric ihm jedoch verweigert. Am aussichtslosen erscheint zunächst der Fall von Gero von Braunmühl, da die Mörder seines Vaters bis heute unbekannt sind. Doch am Ende gibt gerade seine Geschichte Anlass zur Hoffnung.

Fazit: "Beyond Punishment" widmet sich auf sensible Weise einem äußerst schwierigen Thema und zeigt, dass es zwar keine leichten Antworten, aber am Ende trotzdem Grund zur Hoffnung gibt.




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