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The Darkest Hour - Hauptplakat
The Darkest Hour - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Darkest Hour (2011)


Die Aliens sind wieder unter uns. Diesmal allerdings, kommen sie nicht – wie genreüblich – mit einer bombastischen Vernichtungsmaschinerie im Schlepp, sondern feengleich als schillernde Energiewirbel, die wunderschön anzusehen sind, bei Kontakt jedes Lebewesen jedoch in seine Moleküle auflösen.

Das hatten sich die zwei Freunde und Internet-Jungunternehmer Sean (Emile Hirsch) und Ben (Mac Minghella) anders vorgestellt, als sie nach Moskau flogen. Einen Big-Deal wollten sie in der russischen Metropole abschließen, stattdessen werden sie erst geschäftlich gelinkt und anschließend, als sie sich gerade mit ein paar Drinks in einem Club den Frust runterspülen wollen, tauchen diese merkwürdigen Lichter am Firmament auf. Wenig später bricht die Hölle los, als sich herausstellt, dass es sich um eine Invasion von außerirdischen Kreaturen handelt, die aus lebendiger Energie bestehen.
Gerade noch dem Tod entronnen, kriechen sie, samt ein paar weiblichen Bekanntschaften, mit denen sie angebändelt haben, Tage später aus ihrem Versteck: einem unterirdischen Lagerraum des Clubs. Das ehemals pulsierende Moskau hat sich inzwischen zum Schrecken aller in eine Geisterstadt verwandelt. In anderen Städten rings um den Globus dürfte es ähnlich sein. Alles sieht danach aus, als habe das letzte Stündlein der Menschheit geschlagen.

"Darkest Hour", der russische Invasions-Horror-Endzeitstreifen gibt sich anfänglich vergleichsweise innovativ. Allein die Tatsache, dass ausnahmsweise keine US-Metropole Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist, wirkt erfrischend. Überdies bietet der Film eine regelrechte Sight-Seeing-Tour zu vielen Sehenswürdigkeit der Stadt, was zuweilen den Beigeschmack von Postkartenästhetik bekommt. Die eigentliche Story setzt ein, als im Prinzip alles bereits vorbei ist. Die Protagonisten irren durch die entvölkerte Stadt auf der Suche nach Hoffnung und müssen stets auf der Hut sein, denn überall lauert der Tod in Form der bizarren Energie-Aliens.

Düster und pessimistisch ist die Stimmung im Film, nur leider sind die Hauptfiguren ausgesprochen schwach gezeichnet, sodass sie überhaupt keinen Erinnerungswert besitzen. Damit fällt jegliche Identifikation flach und es will sich auch kein dauerhafter Suspenseflair einstellen. Überdies trüben Logiklücken und Anschlussfehler das Vergnügen, und schlussendlich waren die Macher auch dieses Films nicht davor gefeit, final in das übliche Genreschema zu verfallen. Dabei hätten die guten Spezialeffekte, die beklemmende Ausgangslage und die geradezu mystisch anmutenden Kreaturen Potenzial für mehr geboten. Zu bemüht war man aber augenscheinlich, einen Lösungsansatz zu formulieren, dass man allzu schnell die Wesen ihres Zaubers beraubte.

Fazit: Ordentliches Genrewerk, das eine Zeitlang mit seiner Variation des Invasionsthemas passabel zu unterhalten weiß und über viel Schauwert verfügt. Die Spezialeffekte wirken rund und durchdacht, nutzen sich aber mit der Zeit etwas ab - da beeindrucken die architektonischen Meisterwerke Moskaus deutlich mehr. Für zwischendurch ist "Darkest Hour" dennoch durchaus empfehlenswert, vor allem auch den Filmfreunden, die etwas zartbesaiteter sind, angesichts dessen, dass der Film erstaunlich unblutig ist.





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