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Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Durst
Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Durst
© Frenetic Films AG

Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Durst (2010)

Deutsche Doku über das fragwürdige Milliarden-Geschäft des Nestlé-Konzerns mit TrinkwasserUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.5 / 5

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Wie kann man mit einem der menschlichen. Grundbedürfnisse – dem Verlangen nach sauberem Trinkwasser zum Überleben – eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie aufziehen? Eine Industrie, die man selbst geschaffen hat und deren Nachfrage man mit eigenen Produkten deckt? Dieser Frage geht der Dokumentarfilm "Bottled Life" auf den Grund, der sich mit dem Lebensmittel-Riesen "Nestlé" einen Giganten der Branchen als Gegner ausgesucht hat. Das in der Schweiz beheimatete Unternehmen zählt zu den umsatzstärksten Lebensmittel-Firmen der Welt und ist in den vergangenen zehn Jahren zunehmend in einer Branche aktiv, in der eigentlich keine Firma etwas zu suchen hat und in dem kein Wettbewerb herrschen sollte: Im Geschäft mit Trinkwasser.

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Filmkritik

In den letzten Jahren vergrößerte der Lebensmittelgigant seinen Anteil am Flaschenwasser-Markt systematisch und gezielt. Dies gelang ihm, indem er viele unterschiedliche Marken auf der ganzen Welt aufgekauft, aber auch Eigenmarken kreierte, wie zum Beispiel „Pure Life“. Die Folge: Dem Konzern gelang es, für seine Wasser-Erzeugnisse eigene Absatzmärkte aus dem Boden zu stampfen, die zuvor nicht existierten. Dadurch erarbeitete sich Nestlé einen unvorstellbar profitablen Geschäftszweig, der dem Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Schweizer Franken Reingewinn einbringt.

Hier setzen der Schweizer Dokumentarfilmer Urs Schnell und sein Co-Autor Res Gehriger an, um mit ihrem Film „Bottled life“ diesem Phänomen auf den Grund zu gehen und es kritisch zu hinterfragen. Die Filmemacher erhielten für ihr Werk den angesehenen Herbert-Quandt-Medienpreis für Wirtschaftsjournalismus.

Es ist nicht das erste mal, dass sich der Konzern-Riese Nestlé heftigen Anschuldigungen ausgesetzt sieht. Da war in den vergangenen Jahren die Rede von unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken und Produktionsstätten der Nestlé-Zulieferer-Firmen oder angeblich gentechnisch verändertem Material, das in die Produktion floss. Und nun der Vorwurf, der das noch recht junge Milliardengeschäft betrifft, das der Konzern Nestlé mit abgepacktem Trinkwasser macht. Es scheint etwas dran zu sein, an den Anschuldigungen, wenn Journalist Gehriger in bekannter Michael-Moore-Tradition versucht, ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Brabeck zu bekommen – aber nicht einmal in die Nähe des mächtigen, einflussreichen Mannes und der gesamten Konzernspitze gelangt. Bis heute äußerte sich das Unternehmen nicht eindeutig zu den Vorwürfen und blieb eine ausführliche Stellungnahme schuldig. „Ein falscher Film, zur falschen Zeit“ – so lautete der einzige Kommentar des Unternehmens zur Dokumentation.

Noch spannender und packender als die Interviewversuche mit dem Großkonzern, der weltweit mittlerweile rund 70 (!) Wassermarken vertreibt, sind Szenen aus den Staaten Nigeria und Pakistan, wo der Versuch, sauberes Wasser in Plastiktüten an den Mann zu bringen, zu großer Umweltverschmutzung führt. Dies ist aber nur ein Aspekt, der durch diese Dokumentation aufgedeckt und ausführlich dargestellt wird. Der Hauptvorwurf, den der Film liefert: Nestlé macht aus der natürlichsten und der wohl gefragtesten Ressource der Welt, dem Trinkwasser, ein Milliardengeschäft und versetzt gleichzeitig die Menschheit in ein Abhängigkeitsverhältnis.

Fazit: Spannende, zu recht prämierte Enthüllungsdokumentation über das Milliardengeschäft, das der Lebensmittelkonzern Nestlé mit abgepacktem Trinkwasser macht.




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Land: Deutschland
Jahr: 2010
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 12.09.2013
Regie: Res Gehriger, Urs Schnell
Verleih: W-Film

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