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Premium Rush - Hauptplakat
Premium Rush - Hauptplakat
© 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Premium Rush (2011)


Verfolgungsjagden mit zweihundert Kilometern pro Stunde, sich überschlagende und explodierende Autos – wer den pyronalen Overkill sucht, ist falsch in diesem Movie. Denn in diesem dynamischen Streifen agieren die Helden auf Fahrrädern. Drehbuchautor David Koepp ("Panic Room", "Spider Man", "Mission Impossible"), der hier auch Regie führte, widmet sich den Fahrradkurieren New Yorks. Wild, konventionslos und vor allem schneller als jedes andere Fortbewegungsmittel sind diese omnipräsent in Manhattan. In diese Szenerie legt Koepp seine Story.

Der Plot verspricht nichts wahnsinnig Überraschendes. Wilee, gespielt von Joseph Gordon-Levitt ("Inception", "The Dark Knight Rises"), ist Fahrradkurier und natürlich der beste New Yorks. Er bekommt eine Lieferung, an der allerdings auch der spielsüchtige und durchgeknallte Cop Bobby Monday, famos gespielt von Michael Shannon ("Zeiten des Aufruhrs", "8 Miles"), interessiert ist. Es beginnt eine Aneinanderreihung von Verfolgungsjagden. Sei es durch Monday oder einen Fahrrad-Cop, dessen Hauptaufgabe zu sein scheint, regelmäßig intime Bekanntschaft mit dem Asphalt zu machen. Natürlich darf die Love-Story nicht fehlen: Also erfährt Wilee Hilfe durch seine "Immer-mal-wieder-Freundin" Vanessa (Dania Ramirez), ebenfalls Fahrradkurierin, die gleich den Sex Appeal dazu liefert. Und dann gibt es da noch die eingewanderte chinesische Studentin Nima (Jamie Chung), deren Kind ihr von der chinesischen Regierung auf Grund eines von ihr verfassten Artikels über Tibet vorenthalten wird. Soviel zur Weltpolitik.

Bezeichnend für die Charaktere ist die Auswahl ihrer Bikes. So fährt Wilee ein sogenanntes Fixie, ein ultraleichtes Fahrrad mit nur einem Gang und ohne Bremsen. Das symbolisiert sein Leben, schnell, konventionslos und frei. Während sein narzisstischer Rivale Manny (Wolé Parks) mit seinem sicheren, teuren Bike und trotz seines durchtrainierten Körpers der immerwährend Zweite bleibt. Dass der Bösewicht Monday gänzlich ohne Zweirad im direkten Vergleich eigentlich keine Chance hat, ist selbstredend. Die Fahrradkurier-Community wird als Undergroundszene gezeichnet, in der es trotz der Rivalitäten einen starken Zusammenhalt gibt.

Sehenswert sind definitiv die spektakulären Fahrszenen. Oft ist die Kameraperspektive die des Fahrers, was das Gefühl vermittelt, selbst durch die Häuserschluchten Manhattans zu rasen. Ein wenig erinnert es an Robo-Cop, wenn Wilee an unübersichtlichen Kreuzungen in eine Art Scanmodus verfällt, um den bestmöglichen Weg zu wählen.
Auf die Green Screen-Technik wurde komplett verzichtet und weitestgehend mit reellen Stunts gearbeitet. So wurde, was sehr ungewöhnlich ist, die Rolle des Fahrrad-Cops mit einem Stuntman (Christopher Place) besetzt. Geschwindigkeit erhält der Film auch durch den Plot in annähernder Echtzeit. Es geht in 91 Minuten von Uptown nach Downtown Manhattan. Auf ihre Kosten werden alle New York-Kenner kommen, da weitestgehend darauf geachtet wurde, direkt an der vom Navigationssystem vorgegebenen Route zu drehen.

Die Dialoge in "Premium Rush" sind meistens kurz und einfach gehalten und manch witziger Spruch war wohl eher gewollt als gekonnt. Da es sich bei "Premium Rush" nicht um einen Erzählfilm handelt, ist das zu verzeihen. Der Fokus des Films ist auf Geschwindigkeit, Action, durchtrainierte Körper gerichtet und natürlich steht die Liebe zum (extremen) Fahrradfahren im Mittelpunkt.

Fazit: Die etwas flache Handlung wird durch gut gemachte Stunts und einen dynamischen Verlauf kompensiert. Auch wer kein passionierter Fahrradfahrer ist, kann sich die Zeit mit diesem Streifen unterhaltsam vertreiben.





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