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Giraffada (2013)

Girafada

Ein palästinensischer Junge versucht in diesem Kinderfilm eine Giraffe aus Israel ins Westjordanland zu schmuggeln.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Zaid ist ein Außenseiter, seine Klassenkameraden machen sich über ihn lustig und so verbringt der Junge seine Zeit am liebsten bei seinem Vater Yacine im Zoo von Qalqiliya. Yacine arbeitet dort unter schwierigen Bedingungen als Tierarzt, denn der Tierpark im Westen des Westjordanlands hat nicht nur mit finanziellen Nöten zu kämpfen, sondern er liegt zudem mitten in einem Gebiet, in dem es immer wieder zu Kämpfen zwischen Arabern und Juden kommt. Bei einem solchen Gefecht kommt eines Tages eine der beiden Giraffen des Zoos zu Tode, Zaids absolute Lieblingstiere. Doch nicht nur der Junge trauert, auch die überlebende Giraffe scheint den Tod des Kameraden nicht gut zu verarbeiten und stellt die Nahrungsaufnahme ein. Zaid setzt alles daran, das Tier zu retten, von dem Yacine vermutet dass es außerdem trächtig ist. Gemeinsam beschließen Vater und Sohn schließlich einen neuen Giraffenbullen aufzutreiben und machen sich dafür mit Hilfe der französischen Journalistin Laura auf nach Israel, von wo sie eine Giraffe entführen und über die gut bewachte Grenze ins palästinensische Gebiet schmuggeln wollen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Aus der kindlichen Perspektive des jungen Helden erzählt Rani Massalhas Drama vom Nahostkonflikt und zeigt eindrücklich, unter welchen alltäglichen Diskriminierungen viele Palästinenser zu leiden haben. Mit seinem ruhigen Erzähltempo, der leicht nachvollziehbaren Geschichte und einprägsamen Figuren richtet sich die Produktion dabei eindeutig an ein junges Publikum, wobei der Film ganz kleine Zuschauer jedoch überfordern dürfte und auch bei den älteren einiges Vorwissen um die Lage im Westjordanland voraussetzt.

Als Anlass, um vor oder nach dem Kinobesuch mit Kindern über die schwierige Lage im Nahen Osten, aber ebenso über Krieg, Tod und Ausgrenzung zu sprechen, eignet sich "Giraffada" allerdings sehr gut. Komplexe und ernste Themen behandelt Massalha nämlich auf eine leichtfüßige und poetische Weise, die den Zugang auch jungen Kinogängern ermöglicht und gezielt an eine kindliche Wahrnehmung anknüpft.

Ohne plötzliche Schocks und rasante Action blickt dieser einfühlsame Kinderfilm so auf kleine Wunder und große Emotionen. Dass die Inszenierung teils zu behäbig geraten ist und vor allem zum Finale hin wie aus dem Nichts allzu dramatisch wird, dürfte sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen für Ärger und ein wenig Langeweile sorgen. Dennoch ist Massalha ein sehenswertes Drama mit einer kindgerechten Botschaft gelungen, die sich auch Erwachsene zu Herzen nehmen sollten.

Fazit: "Giraffada" ist ein einfühlsamer Kinderfilm, der auf ruhige und meist kindgerechte Weise von der schwierigen Lage im Nahen Osten erzählt. Leider ist die Inszenierung teilsweise zu behäbig geraten und so mancher junge Zuschauer wird mit der Komplexität des Themas sicherlich überfordert sein.




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Land: Deutschland, Frankreich
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 28.05.2015
Regie: Rani Massalha
Darsteller: Saleh Bakri als Yacine, Laure de Clermont-Tonnerre als Laura, Ahmad Bayatra als Ziad
Verleih: Zorro Film, 24 Bilder

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