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FBW-Bewertung: Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014)

Prädikat wertvoll

Jurybegründung: Die Drachen sind inzwischen gezähmt, und so beginnt die Fortsetzung von DRACHEN ZÄHMEN LEICHT GEMACHT mit einem Wettkampf, bei dem die jungen Wikinger der Insel Berk auf ihren dressierten Drachen fliegen und versuchen, sich gegenseitig ein markiertes Schaf abzujagen. Dass diese Jagd sehr an das Quidditch Spiel aus den Harry Potter-Geschichten erinnert, ist leicht zu verzeihen, denn in den ersten Minuten des Films wird so ein furioser Flug geboten, bei dem die Effekte ausgiebig ausgestellt werden. Der Häuptlingssohn Hicks ist inzwischen älter geworden, er muss seinem Vater und den Dorfbewohnern nicht mehr beweisen, dassseine Art, mit Herz und Köpfchen Probleme zu lösen, wirkungsvoller ist als die bei den Wikingern sonst üblichen Keilereien. Stattdessen ist schon die Rede davon, dass er zum neuen Häuptling des Dorfes wird, und mit der selbstbewussten Astrid hat er auch eine zukünftige Frau an seiner Seite. Aber dennoch unternimmt er auf seinem schwarzen Drachen Ohnezahn lieber Entdeckungsflüge in unbekannte Welten, die mit einer überschäumenden Fantasie gestaltet sind. Bei der Gestaltung der zerklüfteten Eiswüsten, Endzeitlandschaften und Paradies-Auen reicht die Bandbreite der Zitate von Caspar David Friedrich bis zu japanischen Animees. Außerdem hat jede einzelne Figur einen markanten Charakter, der sowohl durch die Animation wie auch durch das Drehbuch betont wird. Dies gilt sowohl für die Wikinger wie auch für die Drachen, bei denen die Verhaltensweisen von Hunden und Pferden gemischt wurden. So können sie nicht anders als Stöckchen holen und einem Anführer folgen, und ironisch werden die beiden Überdrachen, deren Kampf ein wenig zu martialisch ausgefochten wird, dann auch schlicht Alpha-Tiere genannt. Dies ist nur ein Beispiel für die beachtlichen Qualitäten des Drehbuchs,in dem es zwischen den vielen Flügen, Jagden und Schlachten gelingt, einige erstaunlich ernsthafte Nebengeschichten zu erzählen. So findet Hicks etwa seine totgeglaubte Mutter wieder, die ein bewahrendes Verhältnis zur Natur und den Drachen hat. Eine kleine humanistische Botschaft besteht auch darin, dass Hicks, der im ersten Teil einen Fuß verlor und nun mit einer Prothese ausgestattet ist, als Behinderter ganz selbstverständlich von allen anderen für voll genommen wird. Leider wurde die Synchronisation, nach Ansicht der Jury, nicht mit der gleichen Sorgfalt und Raffinesse produziert wie der Rest des Films.



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