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Die Königin und der Leibarzt
Die Königin und der Leibarzt
© Zentropa Entertainments

Kritik: Die Königin und der Leibarzt (2012)


Europa im Jahr 1766. Die 15-jährige Caroline Mathilde (Alicia Vikander) wird mit ihrem zwei Jahre älteren Cousin Christian VII. (Mikkel Følsgaard) verheiratet. In Europa, so sagt man, sei keine bessere Partie zu machen. Christian interessiere sich für Literatur und Kultur, sei charmant und immerhin künftiger König von Dänemark. Aber sehr schnell bemerkt Caroline, dass sich ihr Ehemann merkwürdig benimmt und im besten Fall als exzentrisch zu bezeichnen ist. Nachdem Caroline ihrer Verpflichtung mit der Geburt eines Thronfolgers nachgekommen ist, verbringen die Eheleute also fast keine Zeit mehr miteinander. Christian begibt sich auf eine Reise durch Europa und begegnet in Hamburg dem Armenarzt Johann Friedrich Struensee (Mads Mikkelsen). Die Männer verstehen sich, so dass Struensee erst königlicher Leibarzt und schon bald Christians engster Vertrauter wird. Auf Christians Geheiß kümmert er sich auch um die Königin, die ihm allzu ernsthaft ist. Nach anfänglicher Abneigung finden Struensee und Caroline Gefallen aneinander. Sie lesen beide aufklärerische Literatur und beginnen schließlich eine Affäre. Aber der Einfluss des Aufklärers Struensee auf den König und weitreichende Reformen werden von dem einst mächtigen Rat mit Misstrauen beäugt. Und schließlich formieren sich die Gegner des Königs und Struensees unter der Führung von Christians Stiefmutter (Trine Dyrholm), die lieber ihren eigenen Sohn auf dem Thron sehen möchte.

Die Handlung von Nikolaj Arcels "Die Königin und der Leibarzt" klingt nach einem typischen Historiendrama, ist aber tatsächlich wahr. Das Wirken Struensees und seine Reformen gehört zu wichtigsten historischen Ereignisse in Dänemark, daher wurden bereits über 15 Bücher darüber geschrieben, außerdem gibt es eine Oper und ein Ballett. Nun hat Nikolaj Arcels einen unterhaltsamen Spielfilm gedreht, der überwiegend konventionell inszeniert ist. Dennoch vermittelt "Die Königin und der Leibarzt" einen guten Eindruck von Dänemark im 18. Jahrhundert. Dabei stellt Nikolaj Arcel aber weniger die Ausstattung und die Kostüme in den Mittelpunkt als vielmehr die Dreiecksgeschichte zwischen König, Königin und Leibarzt, in der vor allem die Schauspieler überzeugen. Alicia Vikander verkörpert das anfangs 15-jährige hoffnungsvolle Mädchen ebenso wie die verbannte und desillusionierte Königin und fungiert zudem als Erzählerin. Im Mittelpunkt der ménage à trois steht aber der Leibarzt Struensee, der die mentalen Bedürfnisse des Königs ebenso befriedigt wie die physischen der Königin. Dabei kontrastiert Mads Mikkelsens Virilität die Schwächlichkeit des Königs, der von Mikkel Følsgaard überzeugend gespielt wird. Es wäre gut gewesen, etwas mehr über Christians tragische Vorgeschichte zu erfahren. Aber auch so ist es unterhaltsam, diesem ruhig erzählten Film zu folgen.

Fazit: "Die Königin und der Leibarzt" ist ein sehenswertes Kostümdrama, das eines der wichtigsten Ereignisse der dänischen Geschichte erzählt.





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