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Die Wand (2010)

Österreichisch-Deutsches Drama, nach dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer: Während eines Wochenendaufenhalts in einer Jagdhütte entdeckt eine Frau plötzlich mitten im Wald eine unsichtbare aber unüberwindliche Wand, die sie vom Rückweg und von allem Leben abschneidet...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Eine Frau (Martina Gedeck) fährt mit einem befreundeten Ehepaar in die Berge. Am Nachmittag geht das Ehepaar noch einmal kurz ins Dorf, die Frau bleibt in der Jagdhütte. Doch das Ehepaar kehrt nicht zurück. Als sich die Frau am nächsten Tag auf die Suche nach ihnen begibt, stößt sie plötzlich mitten in der Natur auf eine unsichtbare Wand. Verwundert nimmt sie sie zur Kenntnis, aber sie wehrt sich nicht gegen sie. Stattdessen richtet sie sich ein in neuem Leben im Jagdhaus, kümmert sich um den Hund und bald um weitere Tiere. Irgendwann werde sie schon jemand suchen, glaubt sie zunächst. Später vermutet sie, dass vielleicht alle anderen gestorben sind. Und schließlich lebt sie ihr neues Leben einfach weiter…

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Die WandDie Wand - Frau (Martina Gedeck) und Hund LuchsDie Wand - Kurze Momente des Glücks - Frau (Martina Gedeck)Die Wand - Die Frau (Martina Gedeck) mit Hund 'Luchs'Die Wand - Frau (Martina Gedeck) mit ihrer Katze 'Perle'Die Wand - Die Frau (Martina Gedeck) im Schnee


Filmkritik

Getragen von einer großartigen Martina Gedeck findet Regisseur Julian Roman Pölsler in der Verfilmung von Marlen Haushofers Roman "Die Wand" eindrucksvolle Bilder für das Eingeschlossensein in der Natur. Dabei gelingen ihm mitunter eindringliche Szenen, die sehr deutlich machen, wie sich die Frau immer mehr in ihr neues Leben in der Natur einfügt. Leider aber vertraut Julian Roman Pölsler seinen Bildern nicht vollends, sondern lässt die Frau aus dem Off erzählen. Dadurch erinnert der Film über weite Strecken an einen "Hörfilm". Sicherlich ist diese Entscheidung zum Teil auf die Vorlage zurückzuführen. Marlen Haushofers Roman ist als Bericht der Frau abgefasst und galt aufgrund dieser inneren Perspektive als unverfilmbar. Doch gerade angesichts der vielen Naturaufnahmen ist es schade, dass sich Julian Roman Rösler mit der Erzählstimme aus dem Off einem der unfilmischsten Mittel bedient. Dadurch nimmt er dem Zuschauer den Raum für freie Interpretationen und Assoziationen, der dem Roman schon durch das Fehlen der Bilder gegeben ist.

Auf den ersten Blick befremdlich, bei genauerem Hinsehen aber gut gelungen ist ihm hingegen jene Wand, die die Frau in den Bergen festhält. Sie ist unsichtbar und für die Frau nicht zu überwinden. Seit Erscheinen des Romans wird die Wand unterschiedlich gedeutet: Sie wurde als Metapher für fehlende Selbstverwirklichungsmöglichkeiten der Frau gesehen, die innerhalb der Gesellschaft eingeschlossen ist, als Kritik an einer Zivilisation, die den Bezug zur Natur verloren hat, sie könnte aber auch für eine Depression stehen, die die Frau erleidet. Im Film wird klugerweise eine klare Deutung vermieden, so dass sich jeder Zuschauer seine eigenen Gedanken dazu machen kann.

Fazit: Mit mehr Vertrauen auf die Kraft des Visuellen hätte "Die Wand" ein großartiger Film werden können. Aber so erinnert er allzu oft an ein Hörspiel, in dem die tolle Martina Gedeck den hervorragenden Roman von Marlen Haushofer liest.




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Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2010
Genre: Drama
Länge: 108 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 11.10.2012
Regie: Julian Pölsler
Darsteller: Martina Gedeck, Julia Gschnitzer, Ulrike Beimpold
Verleih: Studiocanal

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