Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Rare Exports
Rare Exports
© Splendid Film

Kritik: Rare Exports - Eine Weihnachtsgeschichte (2010)


Dass Europa in Sachen Horror/Science-Fiction einiges zu bieten hat, dürfte seit dem spanischen "[Rec]" hinlänglich bekannt sein. Während hierzulande bis auf Ausnahmewerke wie "Urban Explorer" eine große Flaute herrscht, schläft man im Norden nicht und schafft ein fantasievolles Machwerk nach dem anderen. Angefangen bei der Satire "Iron Sky" bis hin zu "Trollhunter" werden idyllische Landstriche in die Hände von garstigen Kreaturen gelegt. Und auch "Rare Exports" ist ein interessantes Beispiel, wie man alte Mythen und Legenden aufpolieren kann, ohne altbekanntes einfach aufzuwärmen.

Bei einer Grabung in den Bergen machen Wissenschaftler einen Fund, der die Kindheit vieler Generationen ändern dürfte. Der Weihnachtsmann lebt. Er befindet sich eingefroren unter der Erde und bringt über Jene, die bisher an seine Güte glaubten, Leid und Verderben. Es kommt wie es kommen muss und schon bald wird eine Herde Rentiere der örtlichen Züchter brutal dahingerafft. Das Dorf nimmt dem Kampf mit dem Mann in Rot auf und kommt bald zu der Erkenntnis, dass nicht alle alten Männer mit Bart friedlich sind.

Regisseur Jalmari Helander holt vieles aus der Grundidee heraus, schöpft aber letztlich nicht das gesamte Potenzial aus. Zwar sind hunderte nackter alter Männer mit Rauschebart wahrlich skurril, aber der wahre Horror bleibt dabei auf der Strecke. Erwartet als brutale Weihanchtsmär im Stil von alten Slasher-Filmen, fehlt es dem Werk letztlich an Pfiff. So verharrt "Rare Exports" gleichsam seinem unterkühlten Setting ab einem bestimmten Augenblick in Spannungsarmut und entfesselt lange nicht das weihnachtliche Blutbad, welches am Anfang der Geschichte angedeutet wurde. Nicht einmal den Weihnachtsmann selbst bekommt der Zuschauer im Ganzen zu Gesicht. Das Finale wirkt dadurch kantig zu Ende gesponnen und muss der Enttäuschung des Zuschauers Platz machen. Den Teufel ankündigen aber nicht in Aktion treten lassen, ist bei diesem Werk das wohl schlimmste Vergehen.

"Rare Exports" ist leider zuletzt etwas rar an Spannung und Höhepunkten. Wer Erwartungen säht, sollte sie auch erfüllen. Ansonsten aber ein solider und leicht skurriler Streifen, der einige Lacher ernten kann und trotz aller Banalitäten vor allem zu Beginn äußerst real und beklemmend erscheint.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.