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Rubinrot - Hauptplakat
Rubinrot - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: Rubinrot (2012)


Seit J. K. Rowling mit "Harry Potter" zu einer der reichsten Frauen Englands aufstieg, kannten ihre Trittbrettfahrer keine Grenzen mehr. Neuestes Beispiel ist Kerstin Giers "Rubinrot"-Trilogie, die all das beinhaltet, was ein moderner Teenie-Roman benötigt: Eine Liebesgeschichte, Magie und Zauberei, etwas Mystery und Thrill und ganz viele konventionelle Rollenbilder, angefangen von einer Außenseiterin, die zur Heldin wird. So wird "Rubinrot" zum ersten großen deutschen Versuch seit "Krabat", mit anderen Literaturadaptionen der Sorte "Blockbusterkino" gleichzuziehen.

Das Anrennen gegen die Vorbilder aus Übersee und England wirkt zwar etwas verkrampft, dennoch ist "Rubinrot", für eine deutsche Produktion, ein überraschend guter Teenie-Film geworden - und das, ein relativ junger, unerfahrener Regisseur mit der Inszenierung beauftragt wurde. Regisseur Felix Fuchssteiner saß bisher nur bei seinem Spielfilmdebüt "Die Kurve" und bei zahlreichen Folgen der ARD-Telenovela "Verbotene Liebe" im Regiestuhl. Ein zu riskantes Manöver? Jein. Fuchssteiner kennt sich im Fantasy-Genre bestens aus, weiß, wie man modern und "groß" inszenieren kann, an manchen Stellen aber kommt ihm die Leichtigkeit abhanden. Seine Kameraführung, der Aufbau von pompösen Szenen und der überwältigende Einsatz von überdramatischer Filmmusik zeigen, dass sich "Rubinrot" als ambitioniert-aufwändiger Kostümfilm versteht, der mit allen Mitteln versucht, mit internationalen Fantasyfilmen mitzuhalten. Dabei weiß Fuchssteiner ganz genau um seine Grenzen und baut zum Beispiel nur sehr dezente, dafür aber überzeugende Spezial-Effekte ein.

Dagegen ist es fast schon absurd, wie sehr die Romanvorlage von Kerstin Gier ganze Rollenbilder von anderen Jugendromanen abkupfert. Zu nahezu keiner Sekunde emanzipiert sich ihr Werk von den Vorlagen. Highlight dieser "Wie bastle ich einen Jugendbuchhit"-Mentalität bleibt das winzige Fotolabor der Hauptdarstellerin. Näher kann man sich nicht an Harry Potter anlehnen. Doch die Mixtur aus Liebesgeschichte ("Twilight"), Helden- und Verschwörungsgeschichte ("Die Tribute von Panem") und Übernatürlichem ("Harry Potter") hat bereits als Roman funktioniert und wird somit auch auf Zelluloid aufgehen. Allerdings wird "Rubinrot", trotz pompöser Ausstattung, Kostüme und Inszenierung ein reiner Teeniefilm für die weibliche Zielgruppe zwischen 14 und 17 Jahren bleiben.



Fazit: Die deutsche Romanverfilmung "Rubinrot" kann sich durchaus sehen lassen, wenn auch der Unterschied zu englischsprachigen Fantasyfilmen weiterhin groß bleibt. Auffällig gut haben die Jungdarsteller gearbeitet, auffällig schlecht hingegen die Dialogschreiber.




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