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Take This Waltz
Take This Waltz
© Kool FilmdistributionKool Filmdistribution

Kritik: Take This Waltz (2011)


Die kanadische Schauspielerin Sarah Polley bewies mit ihrem Regiedebüt "An ihrer Seite" von 2006 ihr feinsinniges Gespür für zarte, zerbrechliche Liebesgeschichten aus dem Alltag ganz gewöhnlicher Menschen. Polley - die zuvor als Darstellerin u.a. in Filmen wie "Dawn of the Dead" (2004) oder "Don't come knocking" (2005) mitwirkte - war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 27 Jahre alt und gewann mit ihrem Debüt gleich mehrere Filmpreise. Mit ihrem zweiten Film "Take this waltz" zeigt Polley erneut ihr Fingerspitzengefühl bei der Handhabung eines äußerst komplizierten Themas, das den meisten Menschen nicht unbekannt sein dürfte: "Take this waltz" geht der schwierigen Frage nach, ob man das Bekannte und Sichere einer gefestigten und mehrjährigen Beziehung gegen den Nervenkitzel und das Prickeln einer neuen Bekanntschaft und Liebe eintauschen sollte bzw. wie man Beides unter einen Hut bringen kann.
br/> Seine Welt-Premiere erlebte der Film, der jetzt mit anderthalb-jähriger Verspätung in den deutschen Kinos startet, bereits im Herbst 2011 auf dem Toronto International Film Festival. "Take this waltz" ist einer der mitreißendsten Liebesfilme der letzten Zeit geworden, der in einem umwerfenden Darsteller-Ensemble und einem intelligentem Drehbuch seine größten Stärken hat.
br/> Schon in ihrem gefeierten Debüt "An ihrer Seite" zeigte Sarah Polley ihr großes Talent für die Behandlung existenzieller Fragen, mit denen sie ihr Publikum zu jeder Zeit schonungslos, offen und direkt konfrontierte. Ihre Filme halten dem Zuschauer den Spiegel vor und werfen die Frage auf, wie man selbst in den jeweiligen, immer wieder alltäglichen Situationen und Momenten reagieren würde. War es in "An ihrer Seite" noch das Thema Alzheimer, das Polley behandelte, geht es in "Take this waltz" um das große Thema Liebe, wie eine Beziehung im Laufe der Zeit Alltag und Routine wird und wie neue Bekanntschaften und andere Personen das Leben aus der Bahn werfen können. Das Grundgerüst, auf dem die Wucht und Stärke dieses einfühlsamen Liebesfilms fußt, sind die umwerfenden Darsteller und ihre Fähigkeit zur differenzierten Charakterzeichnung. Allen voran Michelle Williams, die nach ihrer Darstellung der lasziven Sex-Bombe in "My week with Marylin" hier eine 180-Grad-Wandlung vollzieht, zeigt eine Glanzleistung ihres schauspielerischen Könnens. Margot kommt ein wenig tollpatschig, unbeholfen aber zu jeder Zeit warmherzig und sympathisch daher, und verdreht mit ihrer schüchtern-verspielten Art dem charmanten Überlebenskünstler Daniel den Kopf. Daniel ist leidenschaftlich, voller Energie und damit das krasse Gegenteil zum bodenständigen, liebenswerten aber auch ein wenig langweiligen Lou, ihrem zuverlässigen Fels in der Brandung – was letztlich der Ursprung für Margots unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte ist.

Immer wieder wechseln sich in "Take this waltz" Komik und Tragik ab, die positiven und melancholisch-lichten Momente dominieren am Ende aber deutlich. Unbedingt zu erwähnen sei zudem die Arbeit von Kameramann Luc Montpellier, der den Film in angenehm warme, fast traumwandlerische Farben und Bilder hüllt, und "Take this waltz" damit auch visuell eindrucksvoll daherkommen lässt. Alles in allem ist "Take this waltz" höchster Filmgenuss, der auf jeder filmischen Ebene - Darsteller, Bildsprache, Kamera, Drehbuch - überzeugen und somit als einer der gelungensten, komplettesten Liebesfilmen der letzten Zeit angesehen werden kann.
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Fazit: Langjährige, stabile Beziehung mit viel Alltag und Routine contra Nervenkitzel und Prickeln einer neuen Bekanntschaft - "Take this waltz" behandelt gefühlvoll und tiefgründig das große Thema "Liebe" und begeistert mit einem beachtlichen Cast und einer schwelgerischen, warmen Bildsprache.





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