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The Expendables 2 - Hauptplakat
The Expendables 2 - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: The Expendables 2 (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach dem überraschenden Erfolg von Sylvester Stallones Recycling-Agentur für Action-Veteranen, als "The Expendables" bekannt, war schnell klar, dass alsbald ein zweiter Teil folgen würde. Hierfür legte Sly sogar seine Pläne auf Eis, seinen Lieblingssoldaten Rambo noch ein fünftes Mal in die Schlacht ziehen zu lassen.

Selbstredend war für die Fortsetzung aber frisches Blut vonnöten. Kurzerhand wurden die Rollen von Bruce Willis, der demnächst mit seiner eigenen Action-Saga, "Stirb Langsam", in die fünfte Runde geht und Arnold Schwarzenegger, der endgültig das Dasein als Gouvernator hinter sich hat, erweitert. Darüber hinaus wurde der Mann, der in den 80ern bereits mehrfach "Missing in Action" war, reaktiviert. Die Rede ist natürlich von Chuck Norris, den die Sonne jeden Tag unterwürfig fragt, ob sie den Tag einläuten darf. Erstaunlicherweise durfte mit Liam Hemsworth auch noch jemand mitwirken, der sich mit seinen 22 Lenzen, verglichen mit den meisten anderen Herren, fast noch im Säuglingsalter befindet. Und selbst für einen weiblichen Expendable war diesmal Platz. Auf der Seite der Bösewichter gibt es dahingehend vor allem Jean-Claude Van Damme als Neuzugang hervorzuheben.

Ohne größere Umschweife legt der Streifen gleich mit einem Action-Feuerwerk los. Es gilt Trench (Arnold Schwarzenegger) zu befreien, was mittels überlegener Feuerkraft auch gelingt. Kurz danach bietet Church (Bruce Willis) Barney Ross (Sylvester Stallone) einen weiteren Auftrag an. Ein echtes Kinderspiel soll das sein. Doch es kommt anders als erwartet: Plötzlich ist einer der Expendables tot und waffenfähiges Plutonium befindet sich in den Händen eines Wahnsinnigen. Das ganze Können der Veteranen ist nun gefragt. Denen geht es aber längst nicht mehr allein um den Auftrag. Sie sinnen sie auf Rache. Über den Tiefgang der Geschichte nachzugrübeln sollte sich eindeutig gespart werden. Es mag sein, dass der Plot diesmal noch simpler als bei Teil eins gestrickt ist, doch wer macht sich schon ernstlich darüber Gedanken, wenn er eine Kinokarte für einen Expendables-Streifen kauft? Da spielen dann auch Anschlussfehler oder Logiklöcher in der Handlung kaum eine erwähnenswerte Rolle.

Sicher ist, dass es diesmal von allem noch etwas mehr gibt: mehr Action, mehr Explosionen, mehr umherfliegendes Blei, mehr Blut, mehr Fights und einen höheren Bodycount. Hinzu kommt, dass die One-Liner diesmal noch mehr "Wohlfühlschmerz" auslösen (erst tut es mächtig weh, und dann breitet sich ein leichtes hirnbetäubendes Wohlbefinden aus). Dennoch bleibt das Ganze nichts weiter als ein Aufguss des Gemetzels aus Teil eins; lediglich an einem anderen Ort, mit anderen Gegnern und einem Hand-to-Hand-Finalfight zwischen Sly und Van Damme, in dem man den Herren ansieht, dass sie ihre besten Jahre inzwischen hinter sich haben.

Allzu große Schauwerte erzeugt selbst der Auftritt eines Chuck Norris nicht. Das Erstaunlichste ist, dass man den 72-Jährigen überhaupt überreden konnte, noch einmal vor der Kamera zu agieren. Seine Performance beschränkt sich allerdings auf ein cooles Dahinschreiten, inmitten bleihaltiger Luft, wobei er mit einer Hand das Sturmgewehr lässig haltend, die Reihen der Bösewichter mit einem verschmitzten Lächeln lichtet. Man wusste es halt schon immer: Chuck Norris muss keinen Kugeln ausweichen, sie weichen ihm aus – vor Angst. Verglichen mit Arnie, Sly und Van Damme, die derart extrem geliftet sind, dass sie nur noch zu einem verdrießlichen Gesichtsausdruck fähig scheinen, als würden sie seit zehn Tagen an Verstopfung leiden, kommt Norris aber noch am Sympathischsten rüber.

Fazit: Wer diesen Gewaltstumpfsinn nicht zu ernst nimmt, wird sich satt an Old-School-Action erfreuen können, die eindeutig von den großen Jungs der Hollywood-Muskelära für die großen Jungs gemacht wurde, die gemeinsam mit ihren Helden gealtert sind. Da wird dann auch auf Logik und Handlung gepfiffen.




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