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The Impossible - Hauptplakat
The Impossible - Hauptplakat
© 2012 Concorde Filmverleih GmbH

Kritik: The Impossible (2011)


Geplant war eigentlich ein Weihnachten einmal anders, ein Urlaubsvergnügen vor exotischer Kulisse. Doch es wurde ein beispielloses Drama und purer Überlebenskampf für hunderttausende Opfer. Wir schreiben den 26. Dezember 2004. Das Ehepaar Henry (Ewan McGregor) und Maria (Naomi Watts) verbringen mit ihren drei Kindern den Weihnachtstrubel in der idyllischen Inselwelt Thailands am Hotelpool, als plötzlich und ohne Vorwarnung die unglaubliche Katastrophe über sie hereinbricht: Ein Seebeben vor der Westküste Sumatras löst einen Tsunami aus, und eine gewaltige meterhohe Welle trifft auf die angrenzenden Landmassen. Die Familie wird auf brutale Weise voneinander getrennt. Maria und der älteste Sohn Lucas (Tom Holland) werden von den Wassermassen mitgerissen und weggespült, während Henry zumindest mit den beiden Jüngsten, Thomas (Samuel Joslin) und Simon (Oaklee Pendergast), vereint bleibt. Alles was die Urgewalt der Welle hinterlässt ist ein einstmals idyllisches Urlaubsparadies, das jetzt in Trümmern liegt. Verzweifelt versuchen Henry und Maria im Chaos der Tragödie, ihre Familie wieder zu vereinen.

Das Erdbeben im Indischen Ozean und die dadurch entstandene Flutwelle von 2004 gehört zu den verheerendsten und gewaltigsten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte. Über 230 000 Menschen in 14 Ländern verloren infolge dessen ihr Leben. Das Katastrophen-Drama "The Impossible" befasst sich als erste Hollywood-Großproduktion mit diesem Ereignis und zeichnet - nach einer wahren Geschichte - den Überlebenskampf einer britischen Familie nach. Regie führte der Spanier Juan Antonio Bayona, der mit seinem stimmungsvollen Horrorfilm "Das Waisenhaus" 2007 Bekanntheit erlangte und vielfach ausgezeichnet wurde. Baybona gelingt es, dank einer herausragenden, wuchtigen Bildsprache und Visualität sowie einer brillanten Darsteller-Riege, das Schrecken und die große Tragödie dieses Ereignisses für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen.

Auch wenn die Tragweite der realen Ereignisse auf der großen Leinwand natürlich nur ansatzweise dargestellt werden kann - "The Impossible" gelingt dies im Rahmen seiner filmischen Möglichkeiten eindrucksvoll. Was "The Impossible" so erschreckend und auf eine gewisse Weise letztlich auch unendlich brutal macht, ist die Tatsache, dass die im Film gezeigte Handlung um den Überlebenskampf der fünfköpfigen Familie, auf tatsächlichen Ereignissen beruht. Schon in den ersten Minuten des Films entsteht beim Zuschauer ein unangenehmes Gefühl der alles durchdringenden Anspannung, wenn sich die Familie ahnungslos am malerischen Sandstrand erholt oder im Hotel-Pool vergnügt und ausgelassen den Urlaub genießt. Der Zuschauer ist der Familie durch den Wissensvorsprung dabei natürlich um einiges voraus: Er weiß ob der drohenden Gefahr, die sich tief im Indischen Ozean auf dem Meeresboden langsam aber gewaltig zusammenbraut. Dies sorgt dafür, dass man der Familie am liebsten sofort zurufen würde, dass sie sich schnellstmöglich in Sicherheit bringen soll.

Dann kommt die Flutwelle: Die Wassermassen erfassen das Hotel samt seiner schutzlosen Bewohner mit einer derartigen visuellen Kraft, die nur das Kino bieten kann. Für die große Authentizität und den schrecklichen Realismus des Gezeigten, sorgt ein ohne viele Computer-Effekte, hauptsächlich in einem großen Wassertank in Spanien mit Modellen erzeugter Tsunami, dessen Wucht und Zerstörungskraft den Atem stocken lässt. Nach der Katastrophe, der alles vernichtenden Naturgewalt, setzt dann die eigentliche Handlung ein: der Kampf der Familie ums Überleben und die dramatische Suche nach den anderen Familienmitgliedern. An dieser Stelle wird der zweite große Trumpf des Filmes deutlich, nämlich, über zwei dermaßen charismatische Hauptdarsteller zu verfügen wie Naomi Watts und Ewan McGregor. Deren eindringliches, intensives Spiel unterstützt die authentische Inszenierung, die den Zuschauer mitunter an die Grenzen des Erträglichen führt. Anhand des wahren Leidenswegs dieser britischen Familie nimmt sich Bayona der Tragödie des Tsunamis an, und kreiert mit den mächtigen Mitteln des Kinos ein überlebensgroßes, erschütterndes Katastrophen-Drama in starken Bildern und mit zwei famosen Hauptdarstellern.

Fazit: Mit epischer Wucht und erschütternden Bildern erzählt "The Impossible" von der wahren Geschichte einer britischen Familie, die in die Schrecken einer der verheerendsten Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte gerät. Dank einer äußerst realistischen Darstellung der Ereignisse sowie eines brillanten Casts, überzeugt der Film als packendes Katastrophen-Drama auf höchstem Niveau.




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