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Kritik: Rock of Ages (2012)


Das Beste an "Rock of Ages" ist Alec Baldwin in der Rolle des Barbesitzers Dennis Dupree, der seine Liebe zu seinem Angestellten (Russell Brand) entdeckt. Wenn sie sich in dem Duett "Can’t fight this feeling" ihre Zuneigung gestehen, wird das grundsätzliche Potential des Films deutlich. "Rock of Ages" hätte ein sehr lustiger Film mit schmissigen Musiknummern werden können, in dem bekannte Schauspieler populäre Lieder singen. Aber gerade am Beispiel von Alec Baldwin lässt sich auch das grundlegende Dilemma des Films ausmachen: Er ist weder schlecht noch gut genug, um zu überzeugen. Stattdessen durchzieht nahezu jede Einstellung der Wunsch, der Zuschauer möge doch bitte die Selbstironie bemerken. Aber diese Prämisse funktioniert nur in wenigen Szenen.

In "Rock of Ages" wird die Geschichte von dem Kleinstadtmädchen Sherrie (Julianne Hough) erzählt, die aus Oklahoma nach Los Angeles reist und dem aufstrebenden Stadtjungen Drew (Diego Boneta) begegnet. Er verhilft Sherrie zu einem Job als Kellnerin in dem legendären "Bourbon Room" von Dennis Dupree, in der einst der gefeiert Rock-Star Stacee Jaxx (Tom Cruise) seinen Durchbruch schaffte. Auch Sherrie und Drew träumen von einer Musikkarriere, aber vorerst bekommt nur Drew eine Chance und nutzt sie. Durch ein Missverständnis trennen sich die Liebenden, kommen vom Weg ab und begegnen desillusionierten Erwachsenen, ehe in dieser vorhersehbaren Geschichte alles auf das Happy End zuläuft. Leider fehlt die Chemie zwischen dem vermeintlichen Liebespaar, ohnehin bleiben die Hauptdarsteller sehr blass. Überzeugen können sie nur gesanglich.

Die Musik ist der Star in diesem Film und sorgt für (wenige) Lacher. Die durchweg bekannten Songs verleihen der Adaption des gleichnamigen Broadway-Musicals etwas Schwung, aber die zahllosen Ensemble-Musiknummern können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film zu lang und die Handlung zu dünn ist. Mit Rock hat es indes nur ansatzweise etwas zu tun, dafür erinnert die brave Inszenierung von Regisseur Adam Shankman dann doch etwas zu sehr an ein züchtiges Highschool-Musical. Aber es ist durchaus unterhaltsam, einige der Hits aus den 1980er Jahren wieder zu hören.

Darüber hinaus versucht "Rock of Ages" mit den Schauspielern zu überzeugen. Aber insgesamt bietet der Film hier zu wenig Neues. Catherine Zeta-Jones ist zu berechenbar als zickige Gattin eines Politikers, zumal dieser Nebenhandlungsstrang unnötig ist. Paul Giamattis Rolle als schmieriger Musik-Agent wird leider auf die Requisiten begrenzt. Tom Cruise scheint sich hingegen zunehmend in der Rolle des Exzentrikers gefallen, wenngleich ihm in diesem Film die Möglichkeiten fehlen, die er beispielsweise noch in "Tropic Thunder" hatte. Daher ist seine Besetzung als alterndes Sex-Symbol zwar ein vielversprechender Gag, allerdings soll seine Rolle viel mehr sein.

Fazit: "Rock of Ages" ist ein Film, der mit einfachen Mitteln unterhalten will. Musical-Fans und Anhänger von alten Rocknummern werden an einigen Szenen Freude haben – aber insgesamt ist die Story für einen zweistündigen Film zu dünn.




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