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Brasch - Das Wünschen und das Fürchten
Brasch - Das Wünschen und das Fürchten
© Neue Visionen

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Brasch - Das Wünschen und das Fürchten (2010)

Deutsche Doku über den Schriftsteller und Filmemacher Thomas Brasch, die Filmemacher Christoph Rüter in einer Kombination aus (massenhaft vorhandenen) Privataufnahmen Braschs in Kombination mit Archivmaterial als rückblickenden Dialog mit seinem verstorbenen Freund inszeniert...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Der Schriftsteller, Dramaturg und Filmemacher Thomas Brasch wurde am 19.02.1945 als Sohn deutsch-jüdischer Emigranten im englischen Exil in Yorkshire geboren. 1947 zog die Familie zurück ins heimatliche Deutschland - in die Sowjetzone, wo der Vater als Staatssekretär und stellvertretender Minister für Kultur und die Mutter als Journalistin arbeitete. Sohn Thomas besuchte auf Wunsch des Vaters die Kadettenschule der Nationalen Volksarmee in Naumburg/Saale. Als diese 1960 geschlossen wurde, wechselte er auf's Gymnasium und begann nach dem Abitur 1963 eine Ausbildung zum Setzer, später zum Entwässerungsarbeiter und zum Schlosser. 1964 nahm er schließlich ein Journalistik-Studium in Leipzig auf, nur ein Jahr später allerdings wurde er wegen "existentialistischer Anschauungen und Verunglimpfung führender Persönlichkeiten der
DDR" exmatrikuliert.
Ein erstes Theaterprogramm, inszeniert am Jugendtheater der Volksbühne Berlin, wurde 1966 nach der Generalprobe wegen "linksradikaler Tendenzen" abgesetzt. Ein 1967 aufgenommenes Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Filmkunst in Babelsberg endete 1968 mit der Inhaftierung Braschs - sein eigener Vater hatte ihn wegen des Klebens von Flugblättern gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei angezeigt. Zu 27 Monaten Gefängnis verurteilt, wurde er im gleichen Jahr auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt. Die Bewährungszeit musste er als Fräser in einer Berliner Fabrik ableisten. Anschließend arbeitete er, vermittelt von Helene Weigel, im Brecht-Archiv und begann als freier SChriftsteller zu arbeiten. Allerdings wurden von seinen 3 Hörspielen, 8 Theaterstücken, 4 Tagebuchtexten, 2 Drehbüchern, einem Fernsehspiel und über 200 Gedichten bis 1975 nur "Poesiealbum 89", ein dünner Gedicht-Band von 32 Seiten, veröffentlicht - der in nur drei Tagen vergriffen war. Als die Veröffentlichung seines Prosabandes "Vor den Vätern sterben die Söhne" verboten wurde, ließ er ihn im Westen drucken, stellte einen Ausreiseantrag und übersiedelte 1976 mit seiner Lebensgefährtin Katharina Thalbach und deren Tochter Anna nach west-Berlin - wo er in schneller Folge Buch um Buch, und beginnend ab den 80ern, auch Filme, veröffentlichte - während er, der nie einen westdeutschen Pass angenommen hatte, sich standhaft dagegen wehrte, von der West-Politik als Dissident vereinnahmt zu werden. Durch die Maueröffnung und das Verschwinden der DDR frustriert stürzte Brasch ins Chaos - und in finanzielle Sorgen, die er 1998 durch den Verkauf seines privaten Archivs an die Akademie der Künste löste. In den folgenden 2 Jahren veröffentlichte er noch den kurzen Band "Mädchenmörder Brunke" und mehrere Dramen, bis er, im Alter von nur 56 Jahren, am 3. November 2001 an Herz-Lungenversagen verstarb.
Nach der Wiedervereinigung hatte Brasch wie ein Besessener damit begonnen, sein Leben zu filmisch dokumentieren. Mehr als 27 Stunden dieses Filmmaterials wurden nach seinem Tod gefunden. Aus diesen Privataufnahmen, in Kombination mit Archivmaterial hat Christoph Rüter ein Portrait seines ruhelosen Freunds und Kollegen zuammengestellt.

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2010
Genre: Dokumentation
Länge: 92 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 03.11.2011
Regie: Christoph Rüter
Verleih: Neue Visionen

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