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The Music Never Stopped (2011)

US Drama, basierend auf dem Essay "Der letzte Hippie" des Neurologen Oliver Sacks: In den 1980ern erkrankt Gabriel an einem gutartigen Hirntumor, der allerdings schwere Hirnschäden hinterlässt, so dass er fortan ohne Erinnerungen und Kurzzeitgedächtnis in einem Pflegeheim liegt. Einzig Musik aus der Hippie-Ära löst bei ihm noch Reaktionen aus...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.6 / 5

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Die USA in den 1960er Jahren: Der Ingenieur Henry (J. K. Simmons) und sein Sohn Gabriel teilen die Leidenschaft für Musik. Ende des Jahrzehnts schließt sich Gabriel jedoch der Anti-Vietnam-Bewegung an und verehrt nun plötzlich statt Bing Crosby die Beatles, Bob Dylan und The Grateful Dead. Henry versteht seinen Sohn überhaupt nicht mehr. Es kommt zu einem heftigen Streit zwischen Vater und Sohn, nachdem Gabriel das Haus verlässt und mit seinen Eltern bricht.
20 Jahre später erhalten Henry und seine Frau Helen (Cara Seymour) einen Anruf aus dem Krankenhaus: Gabriel leidet unter einem Gehirntumor und muss sofort operiert werden. Zwar stellt sich heraus, dass der Tumor gutartig ist, aber dennoch wurden wichtige neuronale Netzwerke zerstört: Gabriels Erinnerungsvermögen ist schwer beschädigt, sein Kurzzeitgedächtnis zerstört und er vegetiert völlig hilflos in einem Pflegeheim. Der verzweifelte Henry sucht nach Möglichkeiten, mit seinm Sohn in Kontakt zu treten und stellt schließlich fest, dass die Lebensgeister seines Sohnes zu erwachen scheinen, sobald er Musik hört. Kurzentschlossen engagiert Henry die Musiktheratpeutin Dr. Dianne Daly (Julia Ormond). Es zeigt sich, dass Gabriel tatsächlich auf Musik reagiert, allerdings nicht auf jene Song, die Vater und Sohn einst verbanden, sondern nur auf jene, die die beiden einst entzweiten: Mit Hilfe des Beatles-Song "All you need is love" findet Dr. Daly einen ersten Zugang zu ihrem Patienten. Bald schon lässt die Musik in Gabriel verschollene Erinnerungen wieder aufleben und allmählich erwacht auch sein Kurzzeitgedächtnis. Gleichzeitig entdeckt Henry, dass Bands wie Cream, Bob Dylan und The Grateful Dead auch ihm etwas zu sagen haben. Und schließlich gelingt es ihm sogar, Tickets für ein ausverkauftes The Grateful Dead Konzert zu ergattern.

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Filmkritik

Seit fast 20 Jahren haben Henry (J.K. Simmons) und sein Sohn Gabriel (Lou Tayler Pucci) keinen Kontakt mehr gehabt. Früher waren sie durch ihre Leidenschaft für Musik eng verbunden, aber Gabriel wurde älter und eigensinniger, dadurch kam es zu häufigen Streitigkeiten, die schließlich eskalierten. Nun erhalten Henry und seine Frau Helen (Cara Seymour) die Nachricht, dass Gabriel im Krankenhaus liegt. Er leidet unter einem Gehirntumor und muss sofort operiert werden. Zwar ist der Tumor gutartig, aber sein Kurzzeitgedächtnis wurde schwer beschädigt. Deshalb wird es ihm voraussichtlich unmöglich sein, neue Informationen zu speichern. Gabriel kommt ins Pflegeheim. Helen nutzt die Chance, um sich endlich wieder um ihren Sohn zu kümmern. Aber zwischen Henry und Gabriel bleibt die Distanz bestehen, die ein Abend vor 20 Jahren zwischen ihnen errichtet hat. Doch Henry will seinen Sohn nicht aufgeben und sucht nach möglichen Therapien. Dabei entdeckt er eine Untersuchung, nach der sich Musik positiv auf das Gehirn auswirken kann. Also engagiert er die Musiktherapeutin Dr. Dianne Daly (Julia Ormond). Sie glaubt, dass sie mit Musik einen Zugang zu Gabriel finden wird. Und tatsächlich reagiert er – allerdings nicht auf die Musik, die ihn und seinen Vater einst verband, sondern auf die Interpreten, die sie einst entzweiten: die Beatles, Bob Dylan und Grateful Dead.

"The Music Never Stopped" basiert auf der Fallstudie "The Last Hippie" von Dr. Oliver Sacks, der bereits mit "Zeit des Erwachens" gezeigt hatte, dass sich neurologische Sachverhalten auch in einem Film darstellen lassen. Und "The Music Never Stopped" ist ein gut erzähltes Vater-Sohn-Drama, in dem vor allem J.K. Simmons überzeugt. Er spielt den sympathischen und zugleich sturen Vater, indem er unter seiner Schale sowohl sein gutes Herz als auch seine Wut erahnen lässt. Dabei erhält die Geschichte durch Gabriels Erkrankung den interessanten Dreh, dass sich Gabriel eigene Fehler nicht eingestehen muss – er weiß schlichtweg nicht mehr, was seit damals geschehen ist. Stattdessen glaubt er immer noch, Nixon sei Präsident und der Vietnamkrieg im vollen Gang.

Sicherlich ist die Geschichte nicht aufregend, aber sie ist gut erzählt. Und der Film vermittelt trotz der schönen Momente niemals den Eindruck, dass alles wieder so gut wie damals werden wird. Gabriel wird niemals wieder völlig genesen, aber durch die Musik bekommen seine Eltern die Chance auf eine Zukunft mit ihrem Sohn. Es ist kein Neuanfang, aber die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen.

Fazit: "The Music Never Stopped" ist ein schöner Film über die Macht der Musik und lädt dazu ein, Grateful Dead wieder zu hören. Gut gespielt und erzählt, kann man diesem Film nur schwer widerstehen.




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Land: USA
Jahr: 2011
Genre: Drama
Länge: 105 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 29.03.2012
Regie: Jim Kohlberg
Darsteller: Alex Ziwak, Michael Belveduto, Julia Ormond
Verleih: Central Film, Senator Film

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