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Good Vibrations
Good Vibrations
© Rapid Eye Movies

Kritik: Good Vibrations (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In einer Schlüsselszene des Films sagt Terri Hooley über den von ihm propagierten nordirischen Punk, dass die Punkmusiker in New York und London zwar die richtigen Klamotten hätten, sie aber den richtigen Grund! Damit bringt der als Godfather of Punk in die Belfaster Geschichte eingegangene Terri die Message des von Lisa Barros D'Sa und Glenn Leyburn gedrehten Biopic "Good Vibrations" auf den Punk(t): Was woanders vielleicht eher eine kurzfristige Jugendmode war, kam in Belfast aus dem tiefsten Herzen und war für viele Menschen geradezu lebensnotwendig. Punk war in Belfast ein Aufschrei und ein Schrei nach Leben inmitten einer Stadt, in der man jeden Augenblick von einer vom eigenen Nachbarn gelegten Bombe zerfetzt werden konnte. Das ist es, was Terri auf seinem ersten Punk-Konzert spürt und dass ist es, was ihn immer weiter machen lässt, obwohl ihn diese Leidenschaft finanziell immer wieder nahe an den Rand des Ruins bringt. Anfangs erhält er dabei noch starke Unterstützung durch seine Freundin und spätere Frau Ruth (Jodie Whittaker), mit der er auch ein Kind haben wird. Aber auf die Dauer kann selbst diese Ehe nicht halten, da für Terri seine Musiker seine wahre Familie sind.

In einer weiteren Schlüsselszene des Films wird gezeigt, wie Terri als Kind ein Auge verliert, weil ein Nachbarkind ohne nachzudenken einen Pfeil auf ihn schießt. Sein lakonischer Kommentar: "Ab da sah ich die Dinge anders, als die anderen." Dies charakterisiert Terri ziemlich gut. "Good Vibrations" zeigt seine durch nichts zu bremsende Leidenschaft, die aber auch eine dunkle Seite großer selbstzerstörerischer Unvernunft hat. Genauso leidenschaftlich und undifferenziert ist auch dieser Film. Hier wird nichts abgewogen oder groß in einen weiteren Kontext gesetzt. Hier heißt es einfach Mitgehen und Spaß haben. Wem das nicht gefällt, der soll einfach draußen bleiben.

Fazit: "Good Vibrations" erzählt die ziemlich unglaubliche wahre Geschichte des Belfaster Godfather of Punk. Der Film ist parteiisch, undifferenziert und richtig gut!





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