VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
A Royal Night - Ein königliches Vergnügen
A Royal Night - Ein königliches Vergnügen
© Concorde

Kritik: A Royal Night - Ein königliches Vergnügen (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Britische Spielfilme, in denen Angehörige des Königshauses die Hauptrollen spielen, sind keine Seltenheit, Julian Jarrolds "A Royal Night" erzählt jedoch nun eine eher ungewöhnliche Geschichte über die Royal Family: Vor dem Hintergrund des endenden Zweiten Weltkrieges und lose auf einer wahren Begebenheit basierend inszeniert der Regisseur nämlich Königin Elizabeth, damals noch Prinzessin, als Teenager-Heldin in einer romantischen Coming-of-Age-Komödie.

Der aufwendigen Produktion gelingt es dabei mit detailverliebten Sets und Massen an Statisten das London des Jahres 1945 auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. Als formelhaft erweist sich hingegen der Plot, der die Prinzessin auf den Fersen ihrer jüngeren Schwester Margaret durch die gesamte Stadt jagen lässt. Sarah Godon verkörpert die verantwortungsbewusste Elizabeth und erinnert dabei zumindest optisch an die junge Kate Winslet, wenn ihr Spiel vielleicht auch nicht ganz so charismatisch sein mag. Dennoch trägt die Darstellerin den Film über weite Strecken und lässt immer wieder vergessen, dass ihr von Jack Reynor gespieltes Love-Interest reichlich blass bleibt. Die sich anbahnende, rein fiktive Romanze zwischen den beiden jungen Menschen entwickelt sich dabei recht betulich und nach altbekannten Konventionen.

Spannender ist hingegen der Handlungsstrang um Margaret: Bel Powley spielt die ebenso naive wie abenteuerlustige Prinzessin mit viel Witz und Charme und ist der eigentliche Star dieser Komödie. Ihre liebenswürdige Unbedarftheit verschlägt Margaret in immer neue haarsträubende Situationen und treibt die Handlung somit temporeich an. Erwähnenswert ist hier auch, dass der Film die Unachtsamkeiten der Prinzessin nicht dazu nutzt, um eine moralische Lektion zu erteilen und das fahrlässige Verhalten Margarets zu keinem Zeitpunkt abstraft.

Bedauerlich ist, dass diese Figur von der Liebesgeschichte immer mehr an den Rand gedrängt wird. Der Fahnen schwenkende Patriotismus und die geradezu keusche Inszenierung (bei einem Kuss schwenkt die Kamera etwa respektvoll zur Seite) könnten zudem zumindest Nicht-Briten etwas irritieren.

Fazit: Die etwas betulich inszenierte Komödie glänzt vor allem durch ein aufwendiges Setdesign sowie Bel Powley in der Rolle der abenteuerlustigen Margaret. Die Liebesgeschichte im Mittelpunkt bleibt jedoch zu konventionell und blass, um wirklich zu fesseln.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.