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Professor Love
Professor Love
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Professor Love (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In dieser leichtfüßigen Culture-Clash-Komödie geht es zwar auch um die Liebe in Theorie und Praxis, vor allem aber um das Experiment, einen Cambridge-Professor nach Kalifornien zu versetzen. Die Sonne, dieses Licht, die Villa in Malibu mit Blick auf den Ozean lassen dem Londoner Richard Haig das Herz aufgehen. Weniger schön findet er allerdings, dass seine junge amerikanische Frau bald keine Verwendung mehr für ihn hat, und dass die Studenten am City College von Los Angeles auf ihre Smartphones starren, wenn er über romantische Literatur spricht. Regisseur Tom Vaughan und Drehbuchautor Matthew Newman ist solch ein Kulturschock nicht ganz fremd, schließlich haben sie sich selbst als Briten in Amerika niedergelassen. So wie der Star der Komödie, Pierce Brosnan, zwischen zwei schönen Frauen steht - Salma Hayek und Jessica Alba -, so verteilt auch die Geschichte ihre Sympathien paritätisch zwischen kalifornischem Klima und britischer Bildungstiefe.

Richard Haig ist Experte für romantische Literatur, aber privat flattert er lieber von Blüte zu Blüte, als sich ernsthaft zu binden. Erst die Ankunft eines Sohnes ändert seine Perspektive und zwingt ihn indirekt auch dazu, sich mit seinem schwierigen Verhältnis zum eigenen, selbstverliebten Vater (Malcolm McDowell) auseinanderzusetzen. Es gibt in seinem Leben in Malibu so viel, was er klären müsste – Kate, Olivia, ein angemessener Arbeitsplatz, die Greencard -, dass er dabei irgendwie ziemlich durcheinanderkommt und auf der Stelle tritt. Um seine Chance auf die Greencard nicht zu zerstören, geht er nach einer Trunkenheitsfahrt zu den Treffen einer Antialkoholiker-Gruppe. Dort stößt er gleich zu Anfang alle mit der Bemerkung vor den Kopf, er sei kein Alkoholiker, sondern Brite. Ein paar Seitenhiebe auf landestypische Klischees wie Purismus und Naivität verteilen die Filmemacher schon auch mal gerne.

Das Problem der unterhaltsam dahinplätschernden Geschichte ist jedoch der fehlende große Spannungsbogen. Immer wenn man glaubt, dass eines der Themen, etwa die Liebe oder die beruflichen Probleme, Fahrt aufnimmt, springt der Film zum nächsten seiner vielen Motive. Weder Richards Verhältnis zu Kate, noch das zu Olivia – die im übrigen mit ihrem spanischen Akzent so gar nicht den Eindruck macht, Kates Schwester zu sein -, erweist sich als emotional wirklich ergiebig. Die Komödie nippt selbst wie ein Schmetterling mal hier, mal da an verlockenden Ideen und zieht den Zuschauer gleich wieder ungeduldig weiter.

Fazit: Pierce Brosnan spielt einen englischen Experten für romantische Literatur, dem die wahre Liebe ähnlich fremd ist wie das Leben unter kalifornischer Sonne. Die vergnüglich dahinplätschernde Culture-Clash-Komödie bietet ihm reizvolle Nachhilfe in Gestalt von Salma Hayek und Jessica Alba. Bis der Professor jedoch begreift, welche Entscheidungen zu treffen sind, ist die bunte filmische Orientierungstour entlang thematischer Häppchen auch schon rum.




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