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Die große Passion (2011)

Dokumentarfilm über die 41. Oberammergauer Passionsspiele: 1633 legten die Oberammergauer ein Gelübte ab: Als Dank dafür, dass das Dorf von der Pest verschont wurde, schworen die Dorfbewohner, ab sofort alle 10 Jahre die Passionsgeschichte aufzuführen. Und das tun sie inzwischen vor rund einer halben Millionen Zuschauer...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Vorhang auf für Oberammergau. Die Passionsspiele gehen in ihre 41. Runde und es gibt jede Menge zu tun für die Bewohner des 5000-Seelen-Ortes. Seit ihre Vorfahren vor 377 Jahren gelobt hatten, als Dank für die Verschonung vor der Pest, die Passionsgeschichte alle zehn Jahre aufzuführen, wird in Oberammergau in ganz großem Stil Theater gemacht. Über eine halbe Million Zuschauer werden für 2010 erwartet. Die ganze Welt wird zu Gast sein "im kleinen Dorf hinter den Bergen", wenn dort wieder um Leben und Tod gespielt wird.

Doch zwei Jahre vor der Premiere plagen die Oberammergauer massive Geldsorgen. Die Gemeinde ist mit 23 Millionen Euro verschuldet. Das sechsstündige Passionsspiel soll zwar die Haushaltskasse sanieren, kostet aber auch Millionen in der Herstellung. Trotzdem dürfe man nicht nur übers Geld reden, ruft der hoch-energetische Spielleiter Christian Stückl der versammelten Dorfgemeinschaft entgegen. Denn zu allererst ist das Spiel wichtig, seine Botschaft und dass sich jede Generation wieder aufmacht, die Geschichte vom Leiden, Sterben und der Auferstehung des Jesus von Nazareth neu zu erzählen. Dafür muss erst einmal das Gelübde von 1633 öffentlich erneuert werden. Zudem ergeht an die Spielberechtigten der Aufruf, sich die Haare – und die Männer auch den Bart – wachsen zu lassen.

Auf die große Festivalbühne am Dorfrand darf nur , wer in Oberammergau geboren wurde oder seit mindestens 20 Jahren dort lebt. Alles ist "made in Oberammergau". Selbstverständlich sind auch der Spielleiter , der Bühnenbildner und der Komponist Kinder des Dorfes. Weil es uralte Familientraditionen gibt und über 2000 Menschen mitspielen, ist die Besetzungsliste ein Politikum, bei dem der Gemeinderat mit entscheidet. Sind die Rollen besetzt und die Dorfgemeinschaft halbwegs mit dem ästhetischen Kurs einverstanden, geht die Arbeit erst richtig los. Spielleiter Stückl fährt mit Jesus, Judas und den anderen Hauptrollen zur Einstimmung nach Israel, während zu Haus hunderte von Kostümen angefertigt, Musik komponiert und Bühnenentwürfe realisiert werden.

Zudem gilt es sich mit Vertretern jüdischer Organisationen über die zeitgemäße Darstellung des Glaubens und die Frage "Wer hat Schuld an Jesus Tod?" zu verständigen. Zeitgleich bricht durch die Wirtschaftskrise der Kartenvorverkauf ein. So muss mit Marketingleuten über die Verbreitung des eigenen Mythos diskutiert werden. In Amerika ist "Oberammergau" ein fester Begriff, soviel ist sicher , aber jeder Mythos muss immer wieder aufgefrischt werden, sonst stirbt er . So kommt es, dass der Jesus- Darsteller im amerikanischen Bibel-TV auftreten muss. Die Souvenirverkäufer hätten neben T-Shirts, Kappen und Gedenkmünzen auch gerne ein Plastikposter im Gemeinderat durchgesetzt, und Christian Stückls Zigarettenkonsum während der Proben wird plötzlich mit Brandschutzvorschriften konfrontiert. Hunderte von Oberammergauern proben monatelang. Und mit ihnen stehen Schafe, Esel und Kamele auf der Bühne. Nur die Ziegen wurden aus Kostengründen gestrichen, was für mächtig Ärger in der Gemeinde sorgt.

Wenn dann nach allen Anstrengungen und monatelangen Vorbereitungen die Premiere vor versammelter geistlicher und weltlicher Prominenz und insgesamt 5000 Zuschauern ansteht, entwickelt sich rasch der besondere Zauber der Oberammergauer Passionsspiele. In über 100 Vorstellungen bringen die Oberammergauer opulente Bilder , monumentale Massenszenen und gewaltige Orchestermusik auf die Bühne. Und die Dorfgemeinschaft hat wieder einmal etwas geschaffen, um das sie alle Welt beneiden kann: Denn was in Oberammergau passiert, ist ganz und gar einmalig und zugleich völlig unwahrscheinlich.

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2011
Genre: Dokumentation
Länge: 145 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 17.11.2011
Regie: Jörg Adolph
Darsteller: Christian Stückl, Frederik Mayet
Verleih: if... Cinema

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