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¡Vivan las Antipodas! (2011)

Doku über geographische Antipoden, der sich am Beispiel von acht Gegenpolen mit der Frage beschäftigt, waseigentlich auf der genau gegenüber liegenden Seite der Erde passiert und wie es dort aussieht...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1.6 / 5

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Was ist der kürzeste Weg vom argentinischen Entre Ríos zur chinesischen Metropole Shanghai? Er führt mitten durch die Erde, immer geradeaus. Die beiden Orte sind Antipoden. Sie befinden sich geografisch exakt auf der gegenüber liegenden Seite des Erdballs. Insgesamt acht solcher Gegenpole bereiste der preisgekrönte Dokumentarfilmer Victor Kossakovsky und fand dort Bilder, die unsere Sicht der Dinge buchstäblich auf den Kopf stellen. Einen wunderschön friedlichen Sonnenaufgang in Argentinien, im Gegenschnitt die Hektik in den verregneten Straßen von Shanghai. Menschen, die in der Einöde leben oder neben einem aktiven Vulkan. Landschaften, deren Pracht die Seele berührt und auf der anderen Seite der Lärm einer Großstadt. Diese Antipoden, so der Eindruck, stehen in einer mystischen Verbindung zueinander, selbst Gegensätze vereinen sie.

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Vivan las Antipodas!Vivan las Antipodas!Vivan las Antipodas!Vivan las Antipodas!Vivan las Antipodas!Vivan las Antipodas!


Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Chile, Niederlande, Deutschland, Argentinien
Jahr: 2011
Genre: Dokumentation
Länge: 108 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 23.02.2012
Regie: Victor Kossakovsky
Verleih: farbfilm verleih

ZusatzinformationAlles anzeigen

MYTHOS ANTIPODEN: EIN KULTURHISTORISCHER ABRISS

Ca. 500 vor Christus
Das vermutlich erste Dokument, in dem die Erde als kugelförmiger Planet beschrieben wird, ist mehr [...mehr] als 2500 Jahre alt. Es handelt sich um ein nur noch in Teilen erhaltenes Lehrgedicht mit dem Titel „Über die Natur“ und stammt von dem griechischen Philosophen Parmenides.

Ca. 100 nach Christus
Claudius Ptolemäus, Wissenschaftler an der berühmten Bibliothek von Alexandria, entwirft das erste Modell unseres Sonnensystems mit sämtlichen Planeten. Sein größter Fehler: Er sieht nicht die Sonne, sondern die Erde als Mittelpunkt, was bis zum Ende des Mittelalters die vorherrschende Lehrmeinung bleibt. Gleichzeitig kartografiert er die Erde, seine Einteilung der Breitengrade (Äquator: 0º, Pole: ±90º) gilt bis heute. Durch seine These, dass auf der anderen Seite der Erde ein Kontinent namens Terra Australis liegt, schafft er die Voraussetzung für die spätere Beschäftigung mit Antipoden.

Ca. 280
Der Christenprediger Lactantius wehrt sich leidenschaftlich gegen die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist: „Wer ist denn so töricht zu glauben, es gebe Menschen, deren Füße über den Köpfen sind? Wo das, was bei uns herunter zeigt, nach oben hängt? Wo Pflanzen und Bäume nach unten wachsen? Wo Regen und Schnee und Hagel zur Erde nach oben fallen?“ Mit dieser Argumentation definiert er unabsichtlich genau die Faszination, die Antipoden‐Forscher antreibt. Eine Faszination, die erst durch die Erkenntnisse von Naturwissenschaftlern wie Johannes Kepler und Sir Isaac Newton (siehe unten) verschwindet.

1493
Der Arzt und Historiker Hartmann Schedel veröffentlicht in Nürnberg die sogenannte „Schedel’sche Weltchronik“ als gedrucktes Buch. Auf 656 Seiten fasst er den damaligen Stand des Glaubens und der Erkenntnisse über unseren Planeten zusammen – von der Erschaffung bis zur Untergangs‐ Prophezeiung. Darin finden sich auch Illustrationen, wie man sich die Menschen vorstellt, die auf der gegenüber liegenden Seite der Erde leben. Als Ziegenmenschen zum Beispiel, mit zwei Hörnern auf dem Kopf.

16. Jahrhundert
Die Renaissance, die Zeit der Aufklärung, beginnt, und damit ein neues Interesse für die Welt, in der wir leben. Reformatoren wie Martin Luther räumen mit naiven Dogmen der Kirche auf, Dichter wie William Shakespeare porträtieren den Menschen als fühlendes Individuum, Naturwissenschaftler wie Johannes Kepler stellen fest, dass überall auf der Erde die gleichen physikalischen Gesetze gelten. Und nicht zuletzt setzt Christoph Kolumbus mit der Entdeckung Amerikas einen Boom der interkontinentalen Handelsschifffahrt in Gang, die mit Ländern auf der anderen Seite der Erde ins Geschäft kommen will.

1666
Der englische Physiker Sir Isaac Newton entdeckt, dass die Anziehungskraft der Erde durch Masse entsteht, und die Gesetze der Schwerkraft im ganzen Weltall Gültigkeit besitzen. Damit räumt er mit der naiven Vorstellung von Lactantius (siehe oben) und anderen auf, dass Menschen auf der anderen Seite der Weltkugel auf dem Kopf gehen.

1800
Der britische Seefahrer Henry Waterhouse entdeckt im Südpazifik nahe Neuseeland eine unbewohnte Inselgruppe und nennt sie Antipoden‐Inseln, weil sie auf dem Erdball genau gegenüber seinem Geburtsort London liegen. Später erweisen sich Waterhouses Berechnungen als nicht exakt, die Antipoden haben ihre Antipoden im Ärmelkanal unweit von Cherbourg.

1999
Das Bilderbuch „Antipoden“ von Ernst Jandl (Text) und Norman Junge (Zeichnungen) veranschaulicht das Phänomen der Antipoden kindgerecht: Ein Junge nimmt mehrere Zeichenblätter vom Tisch, bis nur noch die Tischplatte zu sehen ist. Dann kriecht er unter den Tisch, sägt ein Loch in den Boden, kommt dadurch ein Zimmer tiefer, dann in den Keller, in einen langen Tunnel und schließlich wieder in einen Keller. Es endet bei den Zeichenblättern. Erschienen 1999 im Verlag Beltz & Gelberg.

2005
Die Internet‐Suchmaschine Google ergänzt ihren Service Google Maps durch eine Funktion, mit der man den genauen Antipoden von jedem beliebigen Ort der Erde finden kann: http://www.antipodemap.com. Wer ein bisschen damit spielt, stellt fest: Die meisten populären Orte haben als Gegenüber nur Wasser.

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