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FBW-Bewertung: Rocketman (2019)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Sir Elton John? schon zu Lebzeiten ist er als einer der erfolgreichsten Rocksänger und Entertainer in den Olymp der Musikgeschichte aufgestiegen. Jetzt schon eine Biographie über seinen außergewöhnlichen Erfolgsweg und sein bewegtes Privatleben, das auch durch Alkohol und Drogenexzesse bestimmt war, zu gestalten, erforderte auch Mut. Mut, den auch Elton John bewies, denn schließlich war er nicht nur Mitproduzent des Films sondern legte hier auch recht schonungslos selbst seine intimsten Lebensbereiche offen. Dazu gehört schon in frühester Jugend sein gestörtes Verhältnis zu seinen Eltern, vor allem seinem Vater, der ihm jegliche Zuneigung und auch Unterstützung seiner künstlerischen Begabung verweigerte. Eltons Homosexualität und seine damit verbundene weitgehende private Einsamkeit sowie das Fehlen von Liebe führten ihn zu exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum. Auch sein Irrtum, dass erdies neben seinen schrillen Kostümen und Brillen zu seinen grandiosen Bühnen- und Konzertauftritten weltweit als ?Rocketman? brauchte. Ein Irrtum, von dem er sich später im Leben dann befreien konnte, immer unterstützt von seinem treuen Freund und Textschreiber seiner Songs, Bernie Taupin.
Drehbuch und Regie des Films schufen eine Künstlerbiographie der besonderen Art: Alle privaten Szenen von der Jugendzeit an im Elternhaus, bei seinen ersten musikalischen Auftritten, der beginnenden und sich festigenden Freundschaft mit seinem Texter Bernie, den ersten Konzerten, der raketenhafte Aufstieg in LA, seine Höhepunkte und Abstürze ? alle diese Szenen wurden in Musical-Form mit seinen Songs und einer brillanten Choreografie verbunden. Dramaturgisch perfekt transportieren somit die Songs die Handlung entscheidend mit und halten den Spannungsbogen. Die Kamerabewegungen und die Lichtgestaltung sowie eine geniale Montage mitverblüffenden Übergängen gehören dabei zum Schönsten, was Film-und Musikliebhaber bisher geboten wurde. Die legendäre Bühnengarderobe und die schrillen Brillen, die Elton John auszeichneten, sind auch ein Teil der phantastischen, präzisen Ausstattung über verschiedene Zeitepochen hinweg. Die Besetzung des Films ist in allen Belangen großartig. Taron Egerton spielt nicht nur überragend intensiv und glaubhaft Elton John sondern legt mit seinen Performances in den Konzerten sowohl stimmlich wie auch tänzerisch eine begeisternde Leistung ab und wird mit dieser eigenständigen Leistungnie zu einer Kopie des Künstlers. Das Lob verdienen auch alle anderen Schauspieler, die die Songs selbst singen, selbst die jungen Eltons.
Insgesamt ist dieses Filmwerk ein Erlebnis, das zu begeistern und auch emotional zu bewegen vermag.



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