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Kritik: Chaos Walking (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Chaos Walking" hat der Action-versierte Regisseur Doug Liman ("Edge of Tomorrow") den ersten Band "The Knife of Never Letting Go" der Young-Adult-Romantrilogie "Chaos Walking" von Patrick Ness verfilmt, welcher in Deutschland 2009 unter dem Titel "New World: Die Flucht" erschienen ist. Am Drehbuch schrieb der für ungewöhnliche Stoffe bekannte Charlie Kaufman ("Being John Malkovich") mit. Dennoch kommt der Mix aus Science Fiction und Coming of Age selten über den Durchschnitt der zahlreichen Kino-Dystopien hinaus.

Die Idee, dass sämtliche Gedanken und Träume der (männlichen) Figuren stets für alle anderen und auch für uns als Publikum sicht- und hörbar sind, ist reizvoll. Doch weder visuell noch dramaturgisch wird dieser sogenannte "Lärm", der als CGI-Nebel über den Köpfen schwirrt, allzu spannungsreich genutzt. In der Darstellung der Männergesellschaft, die sich in der Siedlung Prentisstown auf dem von Menschen kolonisierten Planeten New World gebildet hat, werden in Ansätzen auf durchaus kluge Weise Themen wie toxische Maskulinität oder Geschichtsverdrehung angedeutet. Auch die Begegnung zwischen dem Protagonisten Todd, der "in den Lärm hineingeboren" wurde und seit frühester Kindheit keine Frau mehr gesehen hat, und der plötzlich per Raumschiff auftauchenden Viola birgt Potenzial. Dieses wird indes kaum ausgeschöpft. Zwar agieren sowohl Tom Holland als auch Daisy Ridley recht sympathisch. Das Zusammenspiel der beiden ist aber wenig mitreißend. Abgesehen vom Running Gag, dass immer wieder unklar ist, ob es nun zum Kuss zwischen ihnen kommen wird oder nicht, zeichnet die beiden als Leinwand-Paar nichts Besonderes aus.

Der Däne Mads Mikkelsen ("James Bond 007: Casino Royale") hat derweil erkennbaren Spaß an einem weiteren Schurkenpart. Wirklich interessant oder überraschend sind die Motive des skrupellosen Bürgermeisters allerdings nicht. Völlig verschenkt wird wiederum das Talent von David Oyelowo ("Selma") in der Rolle des Priesters.

Fazit: Eine Jugendbuch-Adaption mit vielversprechender Prämisse, ein paar passablen Ideen und solider Besetzung, aber ohne echte Highlights.




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