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Hauptplakat - Project X
Hauptplakat - Project X
© Warner Bros.

Kritik: Project X (2012)


Der Nerd Thomas (Thomas Mann), der vorlaute Costa (Oliver Cooper) und der dickliche JB (Jonathan Daniel Brown) sind Außenseiter an ihrer Highschool in Los Angeles und werden von den coolen Teenagern kaum wahrgenommen. Aber das soll sich an Thomas‘ 17. Geburtstag endgültig ändern! An diesem Tag will Costa für seinen Kumpel eine Party veranstalten, die ihnen einen legendären Ruf verschaffen soll. Kaum sind Thomas‘ Eltern (Peter MacKenzie, Caitlin Dulany) aus dem Haus, beginnen Costa und Thomas mit den Vorbereitungen. Da ihr Freundeskreis überschaubar ist, verbreitet Costa mit allen möglichen viralen Mitteln die Nachricht von der Party des Jahres. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und am Abend strömen die Gäste zur Party, die schnell außer Kontrolle gerät.

Mit "Project X" ist Regisseur Nima Nourizadeh ein wilder Party-Film gelungen, der aufgrund seiner Direktheit und seines Verzichts auf unnötige Nebenhandlungen durchaus Spaß macht. Von Anfang an ist offensichtlich, dass die Party aus dem Ruder laufen wird, aber das Ausmaß des Chaos ist dann doch überraschend. Dabei überzieht Nima Nourizadeh die Katastrophenspirale sehr genüsslich, so dass am Ende ein fast schon fassungsloses Gelächter steht. Dabei hat der Film seine Zielgruppe stets im Visier: Teenager, die sich Partyvideos auf YouTube ansehen, werden auch in diesem Film Spaß haben.

Deshalb sind die Macher von "Project X" auch durchweg auf Nummer sicher gegangen. Die Schauspieler sind typgerecht ausgewählt worden, ihre Rolle trägt ihren Vornamen und sie agieren unauffällig. Zusammen mit der wackligen Handkamera tragen sie zum angestrebten Found-Footage-Look des Filmes bei. Tatsächlich wird der Zuschauer unmittelbar in das Geschehen geworfen, aber visuelle Höhepunkte sind schon verlangsamte Party-Bilder, die mit wummernder Musik unterlegt sind. Darüber hinaus ist dem Film das Bemühen um den Eindruck von Authentizität in jeder Einstellung anzusehen, so dass hier der Zusammenschnitt aus vermeintlich gefundenem Material und den Video-Aufnahmen des düsteren Dax (Dax Flane) als reiner Stilwillen offensichtlich ist. Dazu gehört auch der sexistische Blickwinkel des Films, der sich durch die Konzentration auf den Blickwinkel dreier männlicher Teenager zwar erklären lässt, aber dennoch unnötig ist. In "Project X" sind Mädchen und Frauen entweder Sexobjekte oder nervtötende Zicken, selbst Thomas‘ Kindheitsfreundin Kirby (Kirby Bliss Blanton) ist davor nicht völlig gefeit. Anscheinend ist diese Präsentationsweise mittlerweile Bestandteil eines Stils, der gerne cool und authentisch wirken will.

Aber insgesamt ist "Project X" ein überlanges Musikvideo, daher sollte man vor allem nicht den Fehler machen, den Film allzu ernst zu nehmen. Er hat keine Botschaft, sondern will einfach nur unterhalten. Und eines muss man Produzent Todd Philipps, der schon für "Hangover" verantwortlich war, lassen: Er weiß, wie man Partys feiert!

Fazit: "Project X" ist ein kurzweiliger Spaß-Film über eine Party, die aus dem Ruder läuft.





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