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Kritik: 42 (2012)


"Toilettenbenutzung nur für Weiße", Nigger als normale Bezeichnung für Afroamerikaner. Dies war die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Segregation, also die Rassentrennung zwischen schwarz und weiß, war allgegenwärtig. So auch beim Baseball, dem damals beliebtesten Sport in den USA. Obwohl es keine offizielle Sperre für farbige Spieler gab, bestand zwischen den Betreibern der Liga und den Eignern bzw. Managern der Clubs ein sogenanntes Gentleman’s Agreement, keine Afroamerikaner in die Liga zu integrieren.

Regisseur Brian Helgeland hat nun die Geschichte des afroamerikanischen Baseballspielers Jackie Robinson (Chadwick Bosemann) verfilmt, der 1946 von Branch Rickey (Harrison Ford) dem Präsidenten der Brooklyn Dodgers, unter Vertrag genommen wurde.
Der Film orientiert sich dabei stark an den wahren Begebenheiten und betont gleichzeitig die täglichen kleinen und großen Einschränkungen, denen die farbige Bevölkerung ausgesetzt war. Sei es das Verbot bestimmte Toiletten zu benutzen oder getrennte Eingänge bei sportlichen Veranstaltungen. Abwertende Blicke, Willkür und Beschimpfungen, gegen die man sich nicht wehren darf. Das ganze nahezu einhundert Jahre nach Beendigung der Sklaverei.
Robinson weht in seinem neuen "weißen" Umfeld tiefe Abneigung und unverblümter Hass entgegen. Ein Polizist verweist ihn während eines Spieles wegen seiner Hautfarbe vom Feld . Dabei sind es nicht nur die Zuschauer und die gegnerischen Spieler, deren Beleidigungen er sich ausgesetzt sieht und auf die er nicht reagieren darf, auch in seinem Team sind die Ressentiments groß. Hauptsächlich Spieler aus den Südstaaten drohen gar mit einem Streik.

Der Film beleuchtet die Fakten und lässt dabei erahnen, wie es für Robinson gewesen sein muss, all dies zu ertragen, ohne sich wehren zu dürfen. Aber "42" zeigt auch, wie Menschen sich ändern können und Vorurteile abzulegen vermögen, wenn sich beispielsweise Teamkollegen öffentlich zu ihm bekennen. Es sind die Gesten des Einzelnen, die eine nachhaltige Wirkung auf Viele haben können, gerade beim Massensport. Es wird sichtbar, dass es immer einen Ersten geben muss, der scheinbar in Stein gemeißelte Traditionen aufbrechen kann. Der Film glänzt durch Abwesenheit von zu großem Pathos. Bis auf kleinere symbolträchtige Szenen wirkt alles sehr realistisch. Eine übertriebene Dramatisierung hat die Story auch nicht nötig, da den Zuschauer der rassistische Alltag, der vor noch nicht allzu langer Zeit in den USA herrschte, sprachlos werden lässt.
Chadwick Bosemann spielt absolut glaubwürdig und überzeugend den Robinson und Harrison Ford glänzt trotz fortgeschrittenen Alters in der Rolle des Rickey.

Fazit: Die Geschichte des ersten Afroamerikaners in der Baseball Profiliga der USA. Nicht ohne einen Schuss Humor ist "42" informativ und unterhaltsam zugleich. Eine gute Dramaturgie und die gelungene Besetzung machen diesen Film nicht nur für Baseballfans sehenswert.





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