VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Die Kunst zu Lieben
Die Kunst zu Lieben
© Camino Filmverleih GmbH

Kritik: Die Kunst zu Lieben (2012)


"Es gibt keine Liebe ohne Musik". Mit diesem Zitat beginnt Emmanuel Mourets ("Küss mich bitte") neuer Film "Die Kunst zu lieben" und dazu passend wird die Geschichte eines Komponisten (Stanislas Merhar) erzählt, der sein ganzes Leben auf der Suche nach der Musik war, die im Inneren erklingt, wenn man sich verliebt. Erst am Ende seines kurzen Lebens wird er sie hören, aber er wird niemals wissen, in welche Frau sich sein Körper verliebt hat.

In lose verknüpften Episoden erzählt Mouret in seinem Film die verschiedensten Geschichten über die Begierde und das Verlangen. Isabelle (Julie Depardieu) hatte schon seit einem Jahr keinen Sex mehr und träumt nun davon, das ihre Freundin ihr anbietet, mit deren Freund zu schlafen. Achille (François Cluzet, "Ziemlich beste Freunde") begehrt hingegen seine junge Nachbarin (Frédérique Bel), aber sie sprechen nur von ihrer Anziehungskraft, anstatt ihr nachzugeben. Emmanuelle (Ariane Ascaride) will ihren Ehemann verlassen, um ihn nicht betrügen zu müssen. Dagegen sagen sich Vanessa (Élodie Navarre) und William (Gaspard Ulliel) immer alles – und werden sich in Kürze betrügen. Der Buchhändler Boris (Laurent Stocker) kann keine Beziehung eingehen, weil er ständig an den Körper seiner besten Freundin Amélie (Judith Godrèche) denken muss, die aber ihren Freund nicht betrügen will. Also suchen sie nach einem Ausweg. Die einzelnen Episoden des munteren Reigens werden durch erläuternde, teilweise amüsierende Zwischentitel abgegrenzt und überschneiden sich bisweilen. Vor allem aber werden sie durch den dominanten Off-Erzähler verbunden, der die Wendungen kommentiert und bisweilen auch ironisch bricht. Stilistisch erinnert "Die Kunst zu lieben" daher an einen frühen Woody-Allen-Film, zumal die Figuren allesamt auch recht neurotisch sind. Eine Anteilnahme an ihrem Schicksal ist kaum möglich. Dafür sind ihre Probleme auch zu weit hergeholt.

Insgesamt ist "Die Kunst zu lieben" daher ein leichter und auch amüsanter Film, in dem es allerdings keine Höhepunkte gibt. Vielmehr wiegt er seine Zuschauer in einen angenehmen Rhythmus, der ein wohliges Zusehen ermöglicht.

Fazit: Emmanuel Mouret erzählt in "Die Kunst zu lieben" auf angenehme Weise von dem Begehren und dem Verlangen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.