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Das Hochzeitsvideo - Hauptplakat
Das Hochzeitsvideo - Hauptplakat
© Constantin Film

Kritik: Das Hochzeitsvideo (2012)


Noch nicht einmal vier Monate kennen sich Pia (Lisa Bitter) und Sebastian (Marian Kindermann), dennoch wollen sie heiraten. Der Termin steht unmittelbar bevor, Familie und Freunde sind bereits im noblen Schlosshotel einquartiert und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Damit jede Sekunde für die Nachwelt festgehalten wird, haben sie Sebastians Freund Daniel (Martin Aselmann) als Hochzeitsfilmer engagiert. Er folgt daher dem Brautpaar in der letzten Woche vor der Trauung auf Schritt und Tritt.

Der neue Film von Sönke Wortmann beginnt mit dem Anfang des titelgebenden "Hochzeitsvideo", so dass der Zuschauer das Geschehen aus Daniels Perspektive wahrnimmt. Später erhält Daniel dann noch Unterstützung durch Pias Halbschwester Despair (Lucie Heinze). Sie interviewen Freunde und Verwandte zu der bevorstehenden Hochzeit und erleben live mit, wie erste Wolken am Liebeshimmel auftauchen: Pias Ex-Freund steht auf einmal vor der Tür, der Junggesellen-Abschied droht außer Kontrolle zu geraten und außerdem ist weder Pias freigeistige 68er-Sippe noch Sebastians nobler Adelsfamilie von der Beziehung sonderlich begeistert. Und alle Querelen werden auf Band festgehalten.

Bewusst nimmt Sönke Wortmann in seiner Komödie Beschränkungen in der Perspektive und dadurch Lücken in der Handlung in Kauf. Das hat durchaus Vorteile, so wird ein Abflachen des Humors vermieden, indem die Kamera einfach ausgemacht wird. Über weite Strecken trägt das Grundgerüst daher den Film. Aber gerade am Ende werden dann die Nachteile dieser selbst gesetzten Grenze deutlich. Der unvermeidliche große Streit des Brautpaars kurz vor der Hochzeit wird Daniel nur erzählt, so dass die nachfolgenden Ereignisse und insbesondere Pias Verhalten kaum nachzuvollziehen sind und eine Distanz zu dem Geschehen entsteht.
Dazu trägt auch bei, dass eine Vielzahl der Charaktere klischeehaft angelegt ist: Sebastians Eltern sind bornierter Snobs, Pias Eltern mitsamt schweigendem Stiefvater überdrehte Alt-Hippies, selbst Sebastian und Pia werden nicht sorgfältig charakterisiert. Glücklicherweise verzichtet "Das Hochzeitsvideo" auf die altbekannten Komödiengesichter und setzt auf Theaterschauspieler, die hier ihr Kino-Debüt geben. Ihre Spielfreude trägt den Film über weite Strecken.

Insgesamt herrscht in "Das Hochzeitsvideo" eine humorvolle Grundstimmung vor, die weitgehend darüber hinwegsehen lässt, dass viele lustige Einfälle schon in anderen Filmen oder sogar auf YouTube zu sehen waren. Ihnen stehen einige amüsante Ideen wie beispielsweise Sashas selbstironischer Auftritt gegenüber, die das Ausbleiben der großen Lacher verschmerzen lassen.

Fazit: "Das Hochzeitsvideo" ist ein Film, der anders sein will, aber lediglich zum Schmunzeln einlädt.




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