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Spring Breakers - Hauptplakat
Spring Breakers - Hauptplakat
© Wild Bunch

Kritik: Spring Breakers (2013)


Bei "Spring Breakers" dreht sich - wie es der Film-Titel vermuten lässt - alles um eine der exzessivsten, wildesten Partys der Welt: den "Spring Break", die Frühlingsferien des US-Colleges, bei der über eine Millionen Studenten die Küste Floridas unsicher machen. Eine Woche lang bestimmen Alkohol, Drogen und Sex diese ausschweifende, hemmungslose Party. Während des "Spring Break" entstanden dann auch weite Teile des Drehbuches, das von Enfant Terrible Harmony Korine stammt, der auch die Regie übernahm. Korine erlangte 1995 mit dem Drehbuch zum Teenie-Drama und Kultfilm "Kids" Berühmtheit, sieben Jahre später lieferte er auch das Skript zu dem Coming-of-Age-Drama "Ken Park". Ebenso provokant und exzentrisch wie die Geschichten dieser beiden Filme kommt nun auch sein neuestes Werk "Spring Breakers" daher, das aufgrund seiner radikalen Bilder und der grotesken Protagonisten einem lauten, wilden Drogen-Trip ähnelt. Kein Wunder, dass der Film beim letztjährigen Filmfestival von Venedig für gehörig Aufsehen sorgte und das Publikum spaltete.

Beim Betrachten der Inhaltsangabe und der Besetzungsliste (die beiden Hauptdarstellerinnen Selena Gomez und Vanessa Hudgens begannen ihre Karriere in Disney-Produktionen) entsteht schnell der Verdacht, bei "Spring Breakers" handelt es sich um eine dieser klebrig-süßen, seichten Teenie-Klamotten, die sich die ultimativste aller Partys - den US-Spring-Break in Florida - zum Thema machen. Doch weit gefehlt - Regisseur und Drehbuchautor Harmony Korine entzündet hier ein wahnwitziges, verrücktes Sex-meets-Crime-Feuerwerk, dessen abgefahrener Bilderrausch nicht nur bestens unterhält sondern aufgrund seiner Radikalität und Intensität die Kino-Besucher mit großer Sicherheit ebenso spalten wird wie das Publikum der Filmfestspiele von Venedig im vergangenen Jahr.

In Sachen Bilderflut und -rausch inklusive schneller Schnitte und eines pumpenden Soundtracks erinnert der Film vielleicht noch am ehesten an "Natural Born Killers", mit einer derart gewaltigen Portion Sex, Drugs und Rock'n'Roll, wie man es in diesem Ausmaß in der jüngeren Vergangenheit nicht annähernd und vergleichbar zu sehen bekam. Hervorzuheben sind dabei in erster Linie die darstellerischen Leistungen, allen voran die von den ehemaligen Disney-Bunnies Vanessa Hudgens und Selena Gomez, die hier ihrer rosafarbenen Zuckerwatte-Vergangenheit abschwören und als partywütige College-Girls mit Vorliebe für heißen Lesben-Sex und schwere Schusswaffen einen radikalen Image-Wandel vollziehen. Das Highlight in darstellerischer Hinsicht bleibt jedoch James Franco als Waffen- und Drogenfreak Alien, der mit seinen wilden Rastas, dem versilbertem Gebiss und seiner durchgedrehten Art nicht nur einmal den Mädels die Schau stiehlt und sich in den Mittelpunkt spielt. Und dann wäre da noch eben jene, bereits erwähnte Flut an überdrehten Bildern voller greller Farben und visuell wahrhaft berauschender Momente, wie z.B. ein atmosphärischer, traumhafter Sonnenuntergang an der Küste oder auch die ausgedehnten Sportwagen- und Bootsfahrten, die die wundervollen Landschaften und Gegenden Floridas zeigen. Und all das wird untermalt vom großartigen Score von Cliff Martinez, der schon den Film "Drive" mit seinen wummernden Beats und sphärischen Klängen veredelte.

Fazit: "Spring Breakers" ist ein wahrhaft abgefahrener, völlig durchgedrehter Mix aus Party- und Crime-Film, der mit seiner überdrehten Bilderflut und dem berauschenden Soundtrack wohl am ehesten noch einem Drogen-Trip gleicht, der den Zuschauer ungefiltert und unkontrolliert gefangen nimmt.





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