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Machete Kills
Machete Kills
© Universum Film

Kritik: Machete Kills (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der ebenso stoische, wie schlagkräftige Mexikaner Machete hat bereits einen weiten Weg zurückgelegt. Geboren wurde die von Rodriguez´ entferntem Verwandten Danny Trejo verkörperte Figur im Jahre 2007 in einem Fake-Trailer. Der war ursprünglich nur ein lustiger Zusatz innerhalb des Grindhouse-Double-Features ("Death Proof" und "Planet Terror") von Quentin Tarantino und Robert Rodriquez. Dieser Trailer, war so herrlich überdreht, dass der Regisseur aufgrund des begeisterten Zuspruchs seine Chance gekommen sah, diesen Film tatsächlich zu drehen. Drei Jahre später war es dann soweit und "Machete" kam in die Kinos. Leider konnte der Langfilm die durch den Trailer geweckten Erwartungen nicht ganz erfüllen. Nur der Vorspann zeigte dieselbe Chuzpe, der Hauptfilm enttäuschte jedoch durch häufigeren Leerlauf. Zum Teil war die beschränkte Durchschlagkraft dem beschränkten Budget des Films geschuldet, den Rodriguez mit Hilfe seiner Troublemaker-Studios auch selbst produzierte. Es lag aber auch an dem Einbringen der Thematik der illegalen mexikanischen Einwanderer. Obwohl diese Sozialkritik schön sarkastisch war, nahm sie dem Streifen doch einiges an Tempo.

"Machete" endete mit der Ankündigung zweier weiterer Teile ("Machete Kills" und "Machete Kills Again"), deren tatsächliche Realisierung zum Zeitpunkt der Entstehung des Films ebenso wenig absehbar war, wie die Entstehung des ersten Teils zu Zeiten des Fake-Trailers. Nun kommt mit "Machete Kills" tatsächlich der zweite Machete-Langfilm in die Kinos und diesmal hat Rodriguez so ziemlich alles richtig gemacht. Im Gegensatz zum ersten Teil, fängt "Machete Kills" nicht nur stark an, sondern hält das hohe Tempo auch bis zum Schluss. Man kann auch sehen, dass dem Regisseur diesmal ein wenig mehr Geld zur Verfügung stand. Deshalb konnte der ganze Wahnsinn diesmal ohne größere Abstriche genau so umgesetzt werden, wie er dem infantilen Gehirn des Regisseurs entsprang. Auf ein schlecht sitzendes Feigenblättchen in Form von so etwas wie "Anspruch" hat Rodriguez diesmal schlauer Weise fast vollkommen verzichtet und stattdessen ganz auf geschmacklose Kindereien, wie schießende BH´s, gesetzt.

Wer kein Problem damit hat sich auf genau die dummdreiste Art unterhalten zu lassen, für welche der Exploitation-Film nun einmal steht, der wird bei diesem kurzweiligen Spaß wahrscheinlich eine kleine Offenbarung erleben. Denn im Gegensatz zu der üblichen Action-Dutzendware ist "Machte Kills" nicht einfach der x-te Neuaufguss der ewig gleichen Zutaten. Zwar treten in diesem Film völlig übertriebene Bösewichter auf, die einem uralten James-Bond-Film entstiegen zu sein scheinen. Aber genau damit treibt Rodriquez seinen postmodernen Spaß. Außerdem bringt er zusätzlich eine kräftige Dosis ungebremsten Wahnsinn ein. Spätestens wenn sich ein "El Chameleón" genannter Killer sein eigenes Gesicht immer wieder wie eine Gummimaske abzieht, um auf diese Weise von schwarz zu weiß und von Mann zu Frau zu wechseln, sollte auch ein bekennender Schöngeist vor diesem Anflug von Genialität in Ehrfurcht sein intellektuelles Haupt verneigen.

Fazit: "Machete Kills" ist inhaltslos, infantil und geschmacklos und genau deshalb auch der vollkommen ungebremste Exploitation-Spaß, der er ist.





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