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Tage am Strand (2013)

Adore

Australisches Drama nach der gleichnamigen Erzählung von Doris Lessing, aus der Anthologie "Ein Kind der Liebe": Zwei Nachbarinnen und jahrelange Freundinnen verlieben sich jeweils in den Sohn der anderenUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.6 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 12 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Roz (Robin Wright) und Lil (Naomi Watts) kennen sich von klein auf und sind durch eine starke Freundschaft sehr eng miteinander verbunden. Sie wachsen in einem idyllischen kleinen Badeort in Australien auf, gehen zusammen zur Schule, heiraten und sehen zu wie ihre Söhne Tom (James Frecheville) und Ian (Xavier Samuel) gemeinsam erwachsen werden. Ihr Leben ist geprägt von Sonne, Strand und Meer und der Unbeschwertheit des Lebens. Die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Frauen und die enge Beziehung zu ihren Söhnen wandeln sich, als sich die Söhne zur jeweils anderen Mutter hingezogen fühlen. Grenzen werden überschritten, Tabus gebrochen und die Freundschaften drohen zu zerbrechen. Denn aus Leidenschaft wird Liebe…

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Two Mothers - Roz (Robin Wright) und Lil (Naomi...trandTwo Mothers - Roz (Robin Wright) zusammen mit ihrem...muel)Two Mothers - Lil (Naomi Watts) und Harold (Ben Mendelsohn)Two Mothers - Ian (Xavier Samuel) und Harold (Ben...sohn)Tage am StrandTage am Strand


Filmkritik

Der sinnliche Liebesfilm "Tage am Strand" spielt mit einer besonderen Beziehungskonstellation, die die Grenze zum Tabu streift. Dass zwei junge Freunde mit der Mutter des jeweils anderen, die sie schon von Kindheit an kennen, eine Affäre beginnen, klingt ja nicht in erster Linie wegen des Altersunterschieds exotisch. Die Nähe zum Inzest scheint auf, zumal die eigenen Mütter auch jeden Tag zugegen sind, am Strand oder beim Abendessen auf der Terrasse. Die Geschichte basiert auf der Erzählung "Die Großmütter" von Doris Lessing, die wiederum einen wahren Hintergrund haben soll. Die französische Regisseurin Anne Fontaine verlässt sich bei der Inszenierung sehr stark auf die provokante Kraft des Themas an sich und konzentriert sich überwiegend auf die visuelle Ästhetik.

Lil und Roz leben jeden Tag wie andere Menschen höchstens im Urlaub: Sie haben den Strand vor der Haustür und tragen im Wohnzimmer nur ein luftiges Hemd über dem Bikini. Die beiden Söhne Ian und Tom sind auch als junge Erwachsene in der Freizeit noch meistens mit von der Partie. Die Sonne, die Wellen, die Körper der beiden jungen Wellenreiter, gesellige Abende bei einem Glas Wein – so viel Nähe hat Folgen. Wenn schließlich Lil mit Tom und Roz mit Ian ins Bett gehen, wundert man sich nur kurz, denn auf der optischen Ebene spricht wenig dagegen: Beide Mütter sehen aus wie junggebliebene Bikinischönheiten.

Das Problematische an diesem Film ist allerdings, dass er Lil und Roz auch als sehr jung im Geiste darstellt. Nie behandeln sie Tom und Ian im Gespräch wie Kinder, nie müssen die jungen Männer ihre Freiheit und Privatsphäre vor den Müttern verteidigen. War die anfängliche sexuelle Anziehung noch einigermaßen nachvollziehbar, so ist es der Schritt zur dauerhaften Beziehung, die auf Liebe gründet, nicht mehr. Ian will ja gar nicht mehr von Roz lassen, während sich Tom zwar auch in eine gleichaltrige Frau verliebt, aber recht unschlüssig wirkt. Bis hin zum überraschenden Ende bleibt das, was die Charaktere bewegt, überwiegend Behauptung.

Man möchte wie die Kamera in den Gesichtern forschen, um die inneren Konflikte zu erfassen, durch die Lil, Roz und ihre Söhne gehen. Aber der Film ruft die Emotionen recht eilig ab und die Figuren wirken oft wie in die Landschaft gestellt mit einer Aufgabe, die nicht die ihre ist. Die namhaften Schauspielerinnen Robin Wright und Naomi Watts können sich kaum entfalten. Besonders der mädchenhafte Eindruck, den Naomi Watts macht, zeigt, dass Verjüngung auch Degradierung bedeutet.

Fazit: Schöne Bilder und wenig emotionale Glaubwürdigkeit: Das mit Erotik und Tabubruch spielende Drama "Tage am Strand" über ein Quartett, in dem es nicht nur zwei Mütter und zwei Söhne gibt, sondern auch zwei Liebespaare, genießt den Reiz des Oberflächlichen.




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Land: Australien
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 112 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 28.11.2013
Regie: Anne Fontaine
Darsteller: Naomi Watts, Robin Wright, Xavier Samuel
Verleih: Concorde

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