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Una Noche - Eine Nacht in Havanna (2012)

Una noche

Britisch-Amerikanisch-Kubanisches Drama: Drei Teenager, darunter ein Zwillingspärchen, versuchen gemeinsam ihrer Heimat Kuba zu entfliehen und per Floß die US-Küste zu erreichen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 5 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Zwillinge Lila (Anailín de la Rúa de la Torre) und Elio (Javier Núnez Florián) wachsen in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf. Auch als Teenager stehen sie sich noch sehr nahe, aber dann bemerkt Lila, dass Elio sich immer mehr vor ihr verschließt. Er verliebt sich heimlich in den jungen Raúl (Dariel Arrechaga), der mit ihm in einer Hotelküche arbeitet. Raúl sehnt sich danach, über das Meer nach Miami zu fliehen, wo sein Vater lebt. Die Aidskrankheit seiner Mutter, die sich prostituiert, belastet ihn sehr. Gemeinsam mit Elio plant er die Flucht auf einem selbstgebauten Floß, für das die Teile unter der Hand besorgt werden müssen.

Elio möchte dann seine Schwester und die Mutter doch nicht allein lassen, aber Raúl weiß keinen Ausweg mehr: Die Polizei sucht ihn überall, weil er einen Freier seiner Mutter attackiert und verletzt hat. Also schenkt Elio der Schwester zum Abschied Ohrringe, ohne sie in seine Pläne einzuweihen. Aber Lila folgt ihm zum Strand. Weil sie ihren Bruder nicht zurückhalten kann, steigt sie auch auf das Floß.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Dieser spannende Film über drei Jugendliche in Havanna versteht es, in verdichteter Form sehr viel zu erzählen. Er funktioniert als Coming-of-Age-Drama ebenso wie als Geschichte einer abenteuerlichen Flucht. Vor allem aber überrascht er mit seinen atmosphärisch intensiven Beobachtungen aus dem kubanischen Alltag. "Una noche – Eine Nacht in Havanna" ist das Spielfilmdebüt der aus England stammenden Regisseurin und Drehbuchautorin Lucy Mulloy, die in New York lebt. Sie hat die Rollen der Jugendlichen mit Laiendarstellern besetzt, was die Geschichte noch authentischer wirken lässt.

Lila macht sich als Ich-Erzählerin poetisch-philosophische Gedanken über alles, was ihr begegnet. Seit ihr Bruder sie nicht mehr in seine Geheimnisse einweiht, erscheint der Jugendlichen die Welt noch rätselhafter. Die Eltern streiten, der Vater geht fremd, die hochnäsigen Mädchen im Taekwondo-Training piesacken sie mit ihrem Spott. Manchmal sieht es aus, als würde ihr Raúl gefallen können, wäre sie nicht so eifersüchtig auf ihn. Dass ihr Bruder in Raúl verliebt ist, ahnt sie zunächst nicht, und Raúl offenbar auch nicht. Erst auf dem Floß prallen die versteckten Emotionen aufeinander, während die Situation der Flüchtenden auf dem Meer immer auswegloser wird. Dieses vielschichtige Erzählen mit seinen verschiedenen, gleichzeitig verfolgten Themen kennzeichnet den interessanten Film. Er wirkt mit seiner Wirklichkeitsnähe und der jugendlichen Perspektive sowohl bedrückend, als auch energiegeladen und frisch.

Pittoreske Straßenszenen zeigen Menschen, die Musik machen und fröhlich sind, oder die Brandung, die bei Sturm auf den Asphalt schwappt. Bei so viel Dynamik vergisst man leicht, dass Kuba seine Einwohner, bevor Anfang 2013 die Ausreisebestimmungen gelockert wurden, wie Gefangene behandelte: Elio und Raúl müssen ihre Fluchtpläne sorgsam geheim halten. Was die beiden für ihren Trip brauchen, gibt es nur auf dem Schwarzmarkt, wie so vieles andere auch. Zum Beispiel bekommt Raúl die Medikamente für seine aidskranke Mutter in der Privatwohnung eines Mannes, der unter einem Bett eine regelrechte Apotheke versteckt. Die Not und die unterdrückte Verzweiflung der Menschen spielt auch in Lilas Voice-Over-Kommentaren eine wichtige Rolle. Die Perspektivlosigkeit der Jungen, die sich mit der allgemeinen Lethargie nicht abfinden wollen, schildert der gelungene Film emotional eindringlich und glaubwürdig.

Fazit: Das packende Drama über drei Jugendliche, die aus Havanna übers Meer nach Florida fliehen wollen, beeindruckt mit seinem Realismus und seiner energiegeladenen Atmosphäre.




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Land: Großbritannien, Kuba, USA
Jahr: 2012
Genre: Drama
Länge: 90 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 12.12.2013
Regie: Lucy Mulloy
Darsteller: Anailín de la Rúa de la Torre, Naomi Battrick, Jonny Burt
Verleih: trigon-film

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