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Vierzehn
Vierzehn
© farbfilm verleih © Kinderfilm GmbH

Kritik: Vierzehn (2012)


n "Vierzehn" dokumentiert die Filmemacherin Cornelia Grünberg, die nach drei Spielfilmen in den 90ern in den letzten Jahren vornehmlich fürs Fernsehen (z.B. "Schloss Einstein") arbeitete, die Zeit der Schwangerschaft von vier werdenden Müttern, die im Prinzip alle selbst noch Kinder sind. Die Vier haben nur neun Monate Zeit, sich von pubertierenden Teenagern in junge Mütter mit Verantwortung für ein Menschenleben zu verwandeln.

Dabei kam es der Filmemacherin sicher zugute, dass sie die Situation der Mädchen nur allzu gut kennt. Die Regisseurin bringt nämlich selbst die Erfahrung einer ungewollten Schwangerschaft mit, was eine verständnisvolle Nähe zu Steffi, Laura, Lisa und Fabienne schafft. In "Vierzehn" ist sie von Beginn an hautnah an der Seite ihrer Hauptdarstellerinnen. Sie begleitet sie von der Schwangerschaftsberatung bis zum Kreißsaal und hält auf diesem oft beschwerlichen Weg die Wünsche und Ängste der Mädchen mit der Kamera fest. Mit viel Verständnis für die schwierige Situation, begleitet sie deren Alltag und zeigt einfühlsam auf, wie die Vier das scheinbar Unmögliche schaffen: zugleich Mutter und Tochter zu sein.

"Vierzehn" lässt neben den vier Teeniemüttern auch die Väter und die unverhofften Großeltern ausgiebig zu Wort kommen. Regisseurin Grünberg ist es dabei gelungen, von allen Beteiligten das uneingeschränkte Vertrauen zu gewinnen. Ohne Scham oder Zurückhaltung berichten die Mädchen und auch deren Eltern von ihren Ängsten und größten Sorgen. Die Mädchen erzählen von dem großen Schock, als sie von der Schwangerschaft erfuhren und sich entscheiden mussten, ob sie das Kind behalten wollen oder nicht. Und wie sie dennoch weiterhin versucht haben, ein möglichst normales Leben als weiblicher Teenager zu führen - mit Schule, Weggehen und Freunden. Grünberg gelingt dabei das große Kunststück, viel Nähe zu erzeugen, ohne den Personen zu nah zu treten oder allzu sehr in deren Intimsphäre einzudringen.

Wichtig ist Grünberg zudem, ihren Film nicht als Mahnung davor zu sehen, in jungen Jahren ungewollt schwanger zu werden. Zu keinem Zeitpunkt erhebt sie den Zeigefinger oder verurteilt die Entscheidung der Mädchen, das Kind zu behalten. Vielmehr konzentriert sich "Vierzehn" auf die zahlreichen schönen Momente, die den jungen Müttern mit ihren Neugeborenen beschieden sind. Das Interesse für ihre Darsteller hat Grünberg auch nach der Fertigstellung des Films nicht verloren. Im Nachfolgeprojekt "Achtzehn" setzt sie sich mit dem Thema Sorgerecht auseinander, das die jungen Mütter bis zu ihrem 18. Geburtstag oft ihren Eltern übertragen.

Fazit: Mit viel Feingefühl und intimer Nähe begleitet "Vierzehn" vier werdende Teeniemütter während ihrer Schwangerschaft sowie in den ersten Wochen nach der Geburt. Herausgekommen ist eine gefühlvolle Doku voller starker Persönlichkeiten.





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