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Turn Me On, Dammit!
Turn Me On, Dammit!
© W-Film

Kritik: Turn me on (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der norwegischen Teenie-Komödie merkt man zu keiner Zeit an, dass es sich hierbei um ein Regie-Debüt handelt. "Turn me on" ist der erste abendfüllende Film der Filmemacherin Jannicke Systad Jacobsen, die hier mit dem weit verbreiteten Klischee aufräumt, nur Jungs würden in ihrer Adoleszent-Phase den ganzen Tag nur von einem Thema, Sex nämlich, bestimmt. Dass dies eben nicht der Fall ist belegt "Turn me on" - dessen Drehbuch auch von Jacobsen stammt - mit beschwingtem Humor, witzigen Anspielungen auf die schwierige Phase des Heranwachsens und ist dabei ganz unpeinlich geraten. Zu verdanken hat dies der Film sicher auch Hauptdarstellerin Helene Bergsholm, die das erste Mal auf der großen Kinoleinwand zu sehen ist. Das bereits mehrfach ausgezeichnete Werk ist eine liebenswerte, freche Coming-of-Age-Komödie, die (männlichen wie weiblichen) Teenagern aus der Seele sprechen dürfte.

Es ist durchaus mutig von Regisseurin Jacobsen, ihren Debütfilm von einem sexuell frustrierten Mädchen handeln zu lassen, deren Leben sich tagein und tagaus scheinbar nur um Sex zu drehen scheint. Manch einen Erwachsenen mag dies vielleicht schockieren oder vor den Kopf stoßen, aber "Turn me on" zeigt nichts anderes als die Realität, genauer: die von sexuellen Begierden und emotionalem Chaos bestimmte Lebensrealität Heranwachsender. Alma ist die grundsympathische, mutige aber nie peinliche Protagonisten in diesem heiteren Film, die von ihrer überbesorgten Mutter und der viel zu neugierigen Nachbarin einfach nur genervt ist und sich daher umso vergnügter in allerlei Sex-Phantasien und Tagträume stürzt. Unverklemmt und unverblümt räumt der Film mit dem Vorurteil auf, nur Vertreter des männlichen Geschlechts seien in der Pubertät von den Themen Sex, Liebe und Körperlichkeit besessen.

Dabei erhebt der Film zu keinem Zeitpunkt den typischen pädagogischen Zeigefinger. Er verurteilt Almas Bedürfnisse und Sehnsüchte nie, sondern sieht sie als ganz natürlich und alles anderes als abnormal an. Sie werden als natürlicher Bestandteil des Heranwachsens dargestellt. Regisseurin Jacobsen begeistert darüber hinaus auch mit tollen Ideen, wie sie die auf den Kopf gestellte Gefühlswelt von Alma für den Zuschauer deutlich machen kann. Von frechen Voice-Over-Kommentaren bis hin zu der als Foto-Lovestory in Schwarz-weiß dargestellten Phantasie, wie es mit ihr und ihrem Schwarm Artur weitergehen könnte: "Turn me on" macht mit witzigen und visuell interessanten Einfällen unglaublich viel Spaß und ist nicht nur für Teenager absolut zu empfehlen.

Fazit: Frech-frivole, liebenswerte Coming-of-Age-Komödie mit einer grundsympathischen, mutigen Protagonistin.




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