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Kritik: 7 Tage in Havanna (2012)


"7 Tage in Havanna" besteht aus sieben Episoden, die alle von verschiedenen, zum Teil international renommierten Regisseuren inszeniert wurden. Unter ihnen sind bekannte Filmemacher wie Gaspar Noé oder Laurent Cantet, aber auch Regie-Neulinge wie der Schauspieler Benicio Del Toro, der hier mit dem "Montag" sein Debüt als Filmemacher gibt. Bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Cannes war er für die Sektion "Un Certain Regard" nominiert. Herausgekommen ist ein poetischer, stark besetzter Episodenfilm, der auf die Hauptstadt Kubas Lust macht. Auch wenn ihm am Ende ein wenig die Luft ausgeht.

Die sieben Regisseure entdecken auf ihre ganz eigene Weise das Leben und den Rhythmus in dieser vibrierenden Metropole. So unterschiedlich die einzelnen Geschichten des Films sind, so verschiedenartig gestaltet sich die filmische Umsetzung. So findet jeder Regisseur zu seiner eigenen Bildsprache und drückt der jeweiligen Episode seinen individuellen Stempel auf. Dominieren am "Mittwoch" mit Sängerin Cecilia die berauschenden Postkartenbilder und Panorama-Ansichten der Stadt, so ist es am "Samstag" eine eher melancholische Bildsprache, die den Zuschauer mit den Problemen des alltäglichen Überlebens konfrontiert. Die Geschichten sind mal positiv-heiter, mal eher nachdenklich, aber allen Episoden ist der positive Grundton gemein, der Lust darauf macht, Havanna selbst zu entdecken.

Inhaltlich haben die Geschichten nicht viel miteinander gemein, jedoch geht es in jedem Beitrag letztlich um die Suche nach individuellem Glück und den Kampf ums Überleben. Am gelungensten sind der "Mittwoch" und "Freitag" geraten, die in erster Linie durch ihre starke Besetzung bestechen. Für "7 Tage in Havanna" mit seinen über zwei Stunden Laufzeit braucht der Zuschauer dennoch einen langen Atem und die Kurzfilme ermüden auf Dauer ein wenig. Ein Problem, mit dem viele Episodenfilme zu kämpfen haben.

Fazit: Gut besetzter, bildstarker Episodenfilm über die pulsierende Metropole Kubas, dem am Ende ein wenig die Luft ausgeht.




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