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Das verflixte 3. Jahr - Hauptplakat
Das verflixte 3. Jahr - Hauptplakat
© Prokino

Kritik: Das verflixte 3. Jahr (2012)


Für sein Filmdebüt hat sich der französische Bestseller-Autor Frédéric Beigbeder seinen eigenen Roman "Das verflixte 3. Jahr" vorgenommen und als Komödie auf die Leinwand adaptiert. Als Inspiration ist Woody Allen deutlich zu erkennen, darauf weisen schon der gelungene Einsatz der Musik von Michel Legrand und die doppelte Verwendung des Gummihandschuhs als Sinnbild für eine gescheiterte Beziehung hin. Die direkte Ansprache des Zuschauers wird hingegen als Stilmittel überstrapaziert, so dass nicht – wie beispielsweise in "Annie Hall" - Komik entsteht, sondern die Hauptfigur überpräsent wird. Dadurch verstärkt sich die Abneigung gegen den selbstverliebten und ignoranten Möchtegern-Romantiker, der mit Vorliebe in Selbstmitleid schwelgt – zumal die Geschichte als solche auch recht vorhersehbar ist. Aber es gibt auch viele gelungene Ideen: Dass Anne ausgereicht mit Marc Levy ihr neues Glück findet, der von Liebeskummer geplagte Marc in einem Strip-Club überall Alice sieht – oder Alice ihrem Ex-Freund den Unterschied zwischen einem kleinen und einem Mikro-Penis erklären will, ist unterhaltsam und sorgt für Lacher. Genüsslich nimmt Frédéric Beigbeder außerdem sein eigenes Image aufs Korn. So ist während einer Literatursendung im Untertitel zu lesen, dass er den Literaturnobelpreis bekommen habe, und ein Autoren-Groupie schwärmt von seinen Fähigkeiten im Bett. Von dieser Bissigkeit und satirischen Einfällen hätte "Das verflixte 3. Jahr" mehr vertragen können, da sie eindeutig die Stärken des Films sind.

Fazit: "Das verflixte 3. Jahr" ist das unterhaltsame Erstlingswerk von Frédéric Beigbeder, das dank der Seitenhiebe auf den Literaturbetrieb und guten Schauspieler für Lacher sorgt.




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