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Graceland
Graceland
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Graceland (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Wenn man nach den Filmen geht, die uns von den südostasiatischen Inselstaaten in letzter Zeit erreichen, dann sieht das Leben dort wesentlich weniger paradiesisch aus, als die traumhaft exotische Landschaft vermuten lassen könnte. Aus Indonesien kamen kürzlich die schockierende Dokumentation "The Act of Killing" und die brachialen Actionfilme "The Raid" und "The Raid 2". Nun kommt von den benachbarten Philippinen nach "Metro Manila" der von Ron Morales stammende nihilistische Entführungsthriller "Graceland". Dieser macht es dem Zuschauer zuerst nicht ganz einfach, denn im Gegensatz zu den momentanen modischen hochstilisierten Filmen, wirkt "Graceland" fast wie wie beiläufig gefilmt. Das Thrillerdrama zeigt dreckig braune Impressionen aus einem Großstadtmoloch, in dessen Gesellschaft völlig aus den Fugen geraten ist. Einzig Manilas Rotlichtviertel leuchtet in schreienden Neon-Farben. Doch dies ist eine irdische Hölle, in der bereits Minderjährige zur Prostitution gezwungen werden.

Das "Grace" aus "Graceland" bedeutet im Deutschen "Anmut", "Anstand" oder "Gnade". Natürlich ist dieser Titel in dieser hoffnungslosen Welt bitterste Ironie. Doch er erscheint passend für einen Film, in dem ein vom Schicksal verfolgter Protagonist mit allen Kräften darum kämpft, irgendwie den Kopf über Wasser zu behalten. Hierbei besticht Ron Morales ausgefeiltes Drehbuch, das einen scharfen Kontrast zur rohen visuellen Gestaltung des Films bildet. Zum sehr überzeugenden Gesamteindruck des Films tragen auch die durchgehend guten Schauspieler bei. Besonders sticht Arnold Reyes als Marlon hervor. Der ist ein Charakter, der nur bedingt zur Identifizierung taugt, mit dem man jedoch trotzdem mitfiebert. Er zeigt, dass in dieser Welt kein Platz für makellose Helden ist.

Fazit: "Graceland" ist ein ebenso realistisches, wie spannendes Thrillerdrama. Der Film zeigt, dass man den Regisseur Ron Morales im Auge behalten sollte.




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