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Ein Griechischer Sommer
Ein Griechischer Sommer
© Warner Bros.

Kritik: Ein Griechischer Sommer (2011)


Vor einigen Wochen lief "Das Schwein von Gaza", ein Film über den Nah-Ost Konflikt, in den deutschen Kinos an, in dem mit schweinischer Hilfe der sinnlose Konflikt zwischen Juden und Palästinenser ironisch auf den Punkt gebracht wird. Auch "Ein griechischer Sommer" setzt auf tierische Hilfe – nicht nur, um eine märchenhafte Freundschaft zwischen dem jungen Yannis und seinem Pelikan darzustellen, sondern vor allem um das angespannte Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu beleuchten. Herzhaft gutmütig und kindgerecht behandelt der Film diesen ewigen Zwist zwischen Vater und Sohn und erzählt dabei eine märchenhafte Geschichte, die, basierend auf einer Romanvorlage, von dem französischen Regisseur Olivier Horlait so inszeniert wurde, als wolle der Filmemacher der Welt zurufen, dass Griechenland weiterhin für Leben und Freude steht und nicht nur für Schulden, Steuerhinterziehung und Eurokrise.

Besonders gut gelungen ist ihm dabei die Arbeit mit den zahlreichen Tieren, die im Film vorkommen. Die Harmonie zwischen dem Pelikan und dem jungen Yannis wirkt stimmig und verleiht dem Film einigen Charme, der allerdings an vielen Stellen von der holprigen Inszenierung durchkreuzt wird. Denn trotz kompakter 95 Minuten vermag es der Film nicht, eine stringente oder gar rhythmische Geschichte zu erzählen. Die mit viel Licht durchtränkten Bilder sorgen zwar für tolle Panoramablicke über die griechische Küste, wirken insgesamt aber sehr aufgebläht. Viel Leerlauf verschleppt den Rhythmus des Films, der an vielen Stellen den Eindruck vermittelt, dass die Drehbuchautoren nicht wussten, was sie erzählen sollen. Besonders die erste halbe Stunde, die die Figuren ohne wirkliche Charakteristika einführt – trotziger Junge, der herzensgut ein Tier rettet – versoffener Vater, der von nichts und niemanden etwas hören will – plätschern ohne wirklich Reiz oder Spannung vor sich hin.

Erst wenn sich die Geschichte im Mittelteil fängt und Themenansätze à la "Edward mit den Scherenhänden" einstreut – darf man ein sonderbares Tier zur Publikumsattraktion stilisieren, um damit Geld zu verdienen – schafft es der Film sich zu verbessern, auch wenn er sein Hauptaugenmerk niemals wirklich fokussieren kann.
Ob die unausgegorenen Beobachtungen vom Verhalten der Touristen oder die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Yannis und Angeliki - sie bleiben für die Zuschauer ebenso nebensächlich wie die Vater-Sohn Beziehung, da es zu Beginn versäumt wurde, dem Zuschauer die grundlegenden Probleme nahezubringen. Zwar bleibt "Ein griechischer Sommer" immer warm, herzlich und kindgerecht – aber auch ein Kinderfilm dürfte den Anspruch hegen, mehr aus seinen Ansätzen herauszuholen.

Fazit: "Ein griechischer Sommer" verfängt sich in zu vielen unfertigen Handlungssträngen und geht nur als mittelmäßiges Kindervergnügen durch.




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