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Rio 2 - Dschungelfieber
Rio 2 - Dschungelfieber
© 20th Century Fox

Kritik: Rio 2 - Dschungelfieber (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach dem Animationsfilm "Rio", der sich 2011 zum Kassenschlager entwickelte, legt Regisseur Carlos Saldanha ein ebenso flottes Sequel nach. Diesmal huldigt der gebürtige Brasilianer nicht mehr in erster Linie der Karnevalstadt Rio, sondern unternimmt mit den beiden blauen Spix-Aras und ihren Kindern einen Ausflug in den Amazonasdschungel. Jewel begegnet dort ihren Verwandten wieder und blüht in der heimatlichen Wildnis auf. Blu geht hingegen durch eine schwere Prüfung: Er muss nicht nur die eigenen Ängste bekämpfen, sondern auch die Geringschätzung seines Schwiegervaters ertragen. Die Zuschauer erwartet ein Wiedersehen mit altbekannten Figuren aus dem ersten Film und etlichen interessanten neuen Charakteren – wie einem Giftfrosch-Weibchen, das den Kakadu Nigel in glühender Verehrung anhimmelt.

Trotz des veränderten Ambientes ähnelt der Film atmosphärisch und stilistisch dem Vorgänger sehr. Es gibt wieder eine flotte Mischung aus Action- und Partyelementen mit Gesang- und Tanznummern. Und die visuelle Gestaltung wird erneut von bunten Farben und der hohen Qualität der Animationen geprägt. Saldanha versteht es, mit der inhaltlichen Fülle des Materials ganz unbeschwert zu jonglieren. Ein Casting von Showtalenten im Dschungel, die Rodung des Urwalds, Revierkämpfe der Blau-Aras mit benachbarten Rot-Aras und Blus Kummer mit der angeheirateten Verwandtschaft: All das und noch mehr wirkt wie ein natürlicher, abwechslungsreich gestalteter Unterhaltungsparcours. Alles ist im Flow, wofür auch die generelle Leichtigkeit der Atmosphäre sorgt, der selbst giftig-böse Dialogzeilen Nigels oder des Rodungsunternehmers nichts anhaben können.

Eine tiefere Charakterzeichnung kann man bei so viel dynamischer Handlung nicht erwarten. Zum Beispiel wird Blus Tochter Bia lediglich als Bücherwurm vorgestellt und bekommt nicht mehr als zwei-drei sehr kurze Auftritte im Film. Aber dennoch spielt gerade ihr Wissensdurst am Schluss eine entscheidende Rolle: Die Eigenschaften der Figuren erweisen sich als zwar jeweils knapp, aber pointiert ausgemalt. Es gibt witzige Bezüge zur modernen Lebensrealität des Publikums, wie das Thema Castingshow oder die Utensilien, die Blu in den Dschungel schleppt: ein Navi, eine elektrische Zahnbürste, Insektenspray. Die Gesangs- und Tanznummern sind oft mit treffsicheren Gags angereichert. Wegen dieses souveränen Gesamtniveaus überzeugt der Film, selbst wenn er auch einen beinahe allzu routinierten Eindruck hinterlässt.

Fazit: Die im Amazonasdschungel spielende Fortsetzung des Animationsfilms "Rio" überzeugt ebenfalls mit ihrer hohen visuellen Qualität, der Opulenz der Farben und Themen und der musikalisch beschwingten Atmosphäre.





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