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Kritik: Getaway (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Dass es sich hierbei um einen ganz besonders raffinierten Plan handelt, ist zumindestens das, was die Zuschauer anscheinend denken sollen. Doch im Wesentlichen besteht "Getaway" aus 90 Minuten Reifengequitsche, Glasgesplitter und Stahlgekrache. Anders, als der Titel suggeriert, handelt es sich bei diesem Film auch nicht um ein Remake des Action-Klassikers "The Getaway" von Sam Peckinpah aus dem Jahre 1972. Der hatte mit Steve McQueen nicht nur einen äußerst charismatischen und zugleich sehr menschlichen Hauptdarsteller, was man von dem in "Getaway" (2013) stets stoisch angespannt dreinblickenden Ethan Hawke nicht wirklich behaupten kann. Packinpah wusste Action auch derart rasant und überzeugend zu inszenieren, dass seine Genre-Meisterwerke bis heute nichts von ihrer Kraft verloren haben. "The Getaway" hat darüber hinaus auch noch eine richtige Handlung, wobei das Drehbuch von keinem geringeren als Packinpahs späterem Kronprinzen Water Hill ("Driver", 1978) geschrieben ist.

Courtney Solomons ("Dungeons & Dragons") Action-Film "Getaway" hat von alledem gar nichts. Dies versucht der Regisseur hauptsächlich durch eine permanente Reizüberflutung in Form von Non-Stop-Action und einem rasanten Schnittgewitter zu überspielen. Sehr viel kann man in dem zumeist nur ungenügend ausgeleuchteten nächtlichen Szenario sowieso nicht erkennen. Da das insgesamt aber auch für einen reinen Action-Kracher ein bisschen wenig ist um die Zuschauer 90 Minuten bei der Stange zu halten, hat "Getaway" zusätzlich noch einen ebeno konstruierten, wie lachhaften Story-Überbau erhalten. Dieser ist jedoch in der Tat derart dreist bei den Haaren herbeigezogen und dabei auch noch mit derart vielen gigantischen Logiklöchern versehen, dass der Film hierdurch immerhin an zusätzlichem Unterhaltungswert in Form unfreiwilliger Komik gewinnt. So musste als letztes vermeintliches As schließlich noch Selena Gomez ("Spring Breakers") als Eye Candy mit in den Film hinein. Die wirkt an der Seite des mehr als doppelt so alten Ethan Hawke allerdings reichlich verloren. Aber sie soll ja auch nicht dem sich sorgenden Ehemann Brent Magna, sondern der jugendlichen Zielgruppe des Filme gefallen...

Fazit: "Getaway" vereint 90 Minuten ebenso rasante, wie unoriginelle Auto-Action mit einem reichlich konstruierten Plot, voller Logiklöcher, der jedoch sehr smart tut. So bietet der Film neben einer der dämlichsten Geschichten der letzten Zeit immerhin einen gewissen Unterhaltswert in Form von unfreiwilliger Komik.





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