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Short Order - Das Leben ist ein Buffet
Short Order - Das Leben ist ein Buffet
© Terra Entertainment

Kritik: Short Order - Das Leben ist ein Buffet (2005)


Mit "Short Order" legt der irische Regisseur Anthony Byrne, der mittlerweile hauptsächlich für das britische Fernsehen arbeitet, sein Spielfilm-Debüt vor. Das Kuriose: "Short Order" entstand bereits 2005, damals fand sich für die skurrile, episodenhafte Tragikomödie jedoch kein Verleih in Deutschland. Damals interessierte man sich nicht für den Film und es stellt sich die Frage, ob es das Publikum sieben Jahre später nun anders sieht. Auf dem Papier hat "Short Order" nämlich zunächst einmal eine ganze Menge zu bieten: Mit Emma de Caunes, die 1998 einen "César" als hoffnungsvollste Nachwuchsdarstellerin erhielt, John Hurt, Vanessa Redgrave und der deutschen Cosma Shiva Hagen ist der Film äußerst prominent besetzt. Wenn man den Film gesehen hat, wird einem jedoch schnell klar, warum das Werk – trotz Fördergeldern aus Deutschland – sieben Jahre lang unbeachtet auf Halde lag: zwar weiß der Film handwerklich durchaus zu überzeugen und besticht durch seine abgedrehten Drehbucheinfälle, kuriosen Figuren und die quietschbunten Kulissen. Was dem Film aber fehlt ist ein dramaturgischer roter Faden. Ohne diesen und durch die Entscheidung von Regisseur Byrne, die verschiedensten Genres zusammenzuführen, wirkt der Film letztlich leider ziemlich wirr und durcheinander.

Zunächst sorgen aber die vielen bunten, ausgefallenen Handlungsorte und Kulissen für allerlei optischen Reize. Die Figuren bewegen sich in ihren farbenfrohen Welten und sorgen mit ihren sonderbaren Verhaltensweisen und Charakterzügen für allerlei (unterhaltendes) Chaos und Durcheinander. Da ist die talentierte, ehrgeizige Köchin Fifi (charmant verkörpert von Emma de Caunes), die jedoch zerfressen ist von Selbstzweifeln und alle verlockenden (Job- und Liebes-) Offerten ausschlägt. Oder der redselige Meisterkoch Paolo, der sein köstliches Osso Bucco mit menschlichen Fingern anreichert und zudem plant, sich eines Tages selbst als Gericht zuzubereiten. Oder die verträumte Catherine, die für Fifi arbeitet und am liebsten über die großen und wichtigen Fragen des Lebens und der Liebe sinniert. Diese liebenswürdigen, bizarren Charaktere sorgen für viel Heiterkeit und haben einige Schmunzler auf ihrer Seite. Hinzu kommen einige witzige Drehbucheinfälle (etwa ein Koch, den die Kamera von hinten in eindeutig zweideutiger Pose dabei zeigt, wie er seinen Teig umrührt) und die ausgefallenen Kamerawinkel und –positionen, die das Geschehen mal aus der Vogelperspektive, mal aus der Sicht eines Münztelefons zeigen.

Das größte Problem des Films ist jedoch, dass sich all die verschiedenen Figuren einschließlich der unterschiedlichen Ereignisse nur schwer zu einem großen Ganzen zusammenfügen lassen. Hinsichtlich seiner Handlung und des Spannungsbogens lässt der Film einen konkreten roten Faden vermissen und er schafft es nicht, seine Episoden am Ende schlüssig und befriedigend miteinander zu verbinden. Zurück bleibt – trotz aller Delikatessen und kulinarischer Leckereien auf der Leinwand – ein fader Beigeschmack. Außerdem ist es Regisseur Byrne sichtlich schwergefallen, sich bei "Short Order" für ein Genre zu entscheiden. Nicht nur, dass der Film neben seinen komödiantischen und dramatischen, tragischen Elementen auch Versatzstücke eines Kriminalfilms (die Episode um den Restaurantkritiker) enthält, er beinhaltet gar eine spektakuläre Musical-Nummer gleich zu Beginn des Films samt Tänzern und einer hübschen Regenschirm-Choreografie. Das ist zwar schön anzusehen, als Zuschauer fragt man sich aber dennoch, worin der Sinn dieser Szene besteht, ist sie doch ohne jegliche Relevanz für die Handlung und den Inhalt des Films. Dies alles lässt den Film doch arg zerfahren und konfus erscheinen.

Fazit: Die farbenfrohen Kulissen und witzigen Charaktere können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film aufgrund seiner unterschiedlichen Episoden, die nicht überzeugend miteinander verbunden werden, doch sehr konfus und planlos wirkt.




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