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Red 2 - Hauptplakat
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© Concorde

Kritik: R.E.D. 2 - Noch Älter. Härter. Besser. (2013)


Der Rentner-Actioner "R.E.D." aus dem Jahre 2010 spielte, bei einem relativ bescheidenen Produktionsbudget von knapp 60 Millionen Dollar, weltweit immerhin 200 Millionen ein. Grund genug, einen weiteren Streifen um den pensionierten Agenten Frank Moses (Bruce Willis) in Auftrag zu geben. Und während Sylvester Stallone für seine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme "The Expendables", die nächstes Jahr bereits in die dritte Runde geht, überwiegend ausrangierte Veteranen des Action-Kinos vergangener Jahrzehnte oder Schauspieler, deren Karriere sich auf dem absteigenden Ast befindet, rekrutiert, gibt sich in "R.E.D. 2" ein handverlesener Edel-Cast von Golden Globe- und Oscar-prämierten Leinwandikonen die Ehre.

Mit einem deutlich üppigeren Budget ausgestattet – wobei vermutlich ein nicht unerheblicher Teil dessen in die Altersvorsorge von Willis geflossen sein dürfte – kann es das Sequel um die frühverrenteten Superspione nun deutlich mehr krachen lassen und erscheint damit auch ein Stückweit wertiger, als sein Vorgänger. In eine durchdachte Story oder bessere Dialoge ist das Geld aber nicht unbedingt investiert worden. Munter wird sich durchs Geschehen gekalauert, was das Zeug hält, und die Rahmenhandlung um eine in Moskau versteckte Atombombe, die rechtzeitig aufgespürt werden muss, liefert bestenfalls ein wackeliges Gerüst, um ein Actionfeuerwerk abzufackeln oder sich von einer skurrilen Einlage zur nächsten zu hangeln.

Bei solch einem Streifen fallen dieser Art Sünden allerdings durchaus verzeihbar aus. Als Ensemblefilm lebt "R.E.D. 2" schließlich primär von seinen Protagonisten und der Chemie zwischen ihnen; und diese stimmt ganz offensichtlich. Zuweilen stellt sich sogar der Eindruck ein, als hätte die Truppe Spaß daran gehabt, sich einfach von Szene zu Szene zu improvisieren. Dies gilt besonders für John Malkovich, der Willis besten Kumpel, den paranoiden Marvin, mimt. Malkovich performt derart herrlich meschugge, als gäbe es keinen cineastischen Morgen danach. Auf Morgan Freeman muss beim zweiten Abenteuer der altgedienten Agenten-Combo aber diesmal verzichtet werden. Dafür ist nun der großartige Anthony Hopkins mit von der Partie, der hingebungsvoll die Figur eines vermeintlich komplett vernebelten Wissenschaftlers verkörpert, der aber insgeheim die Seele eines Hannibal Lecters sein eigen nennt.

Neu dabei ist auch Catherine Zeta-Jones als eiskalter Ex-KGB-Engel Katja und überdies Willis ehemalige Geliebte. Viel mehr als gut auszusehen und mit russischem Akzent zu sprechen, trägt sie zum Geschehen jedoch nicht bei. Ganz anders Hellen Mirren, als Ex-MI6-Vollstreckerin Victoria, die saucool in jeder noch so ausweglosen Situation die Reihen lichtet; und Mary-Luise Parker, als Willis Herzensdame, die mit ihrer erfrischenden Bodenständigkeit die hanebüchene Handlung immer wieder erdet. Auf der Seite der Widersacher tun sich vor allem Byung-hun Lee, als Elite-Killer, der zuweilen an eine jüngere Version von Jet Li erinnert, hervor sowie Neal McDonaugh als gewissenloser Regierungsagent. Die Figur des skrupellosen Mörders scheint ihm zu liegen, schließlich ist es nicht das erste (und bestimmt auch nicht das letzte) Mal, dass er in solch eine Rolle schlüpft.

Fazit: Dean Parisot, der dem Deutschen Robert Schwentke auf dem Regiestuhl nachfolgt, ist mit "R.E.D. 2" ein sehenswertes Sequel gelungen, dass sich vor allem durch seinen süffisant-makaberen Ton auszeichnet und den gut aufgelegten Darstellern. Um Bruce Willis herum inszeniert, wirkt das Ganze zwar mitunter wie ein "Stirb Langsam"-Derivat, verglichen mit dem fünften John McClane-Abenteuer ist "R.E.D. 2" aber der bessere Film.




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