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Storm Hunters
Storm Hunters
© Warner Bros.

Kritik: Storm Hunters (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Vor fast 20 Jahren löste der von Steven Spielberg produzierte Thriller "Twister" einen neuen Katastrophenfilm-Boom aus, der sich an den Kinokassen zu einem der größten Hits des Jahres 1996 entwickelte. Ob "Storm Hunters" auch nur annähernd an die von "Twister" eingespielten 500 Millionen Dollar herankommt, bleibt abzuwarten, am ersten Startwochenende knackte der von Steven Quale ("Final Destination 5") gedrehte Film in den USA aber schon mal fast die 20-Millionen-Dollar-Marke. Dabei war das Werk mit einem Budget von rund 50 Millionen Dollar im Vergleich zu anderen Hollywood-Blockbustern vergleichsweise günstig. "Storm Hunters" ist ein gut gemachter, mit nicht zu vielen CGI-Effekten garnierter und kurzweiliger Naturgewalten-Thriller, dessen reduzierte Handlung von der beklemmenden Atmosphäre ausgeglichen wird.

Gleich vorweg: "Storm Hunters" kann nicht ganz mit dem packenden, aber immer wieder auch ironischen Jan-de-Bont-Film "Twister" mithalten, der sich bei aller Zerstörung und Dramatik immer auch nicht allzu ernst nahm. Dieser starren Ernsthaftigkeit kann sich "Storm Hunters" über die komplette Laufzeit seiner 90 Minuten nicht gänzlich entledigen. Freilich, es geht um ein dramatisches, bewegendes Thema, aber eben genau aus diesem Grund, weil diese brachialen Naturgewalten derartige Zerstörungen und Verwüstungen anrichten und so viel Leid über die Menschen bringen, wäre an manchen Stellen ein wenig Auflockerung nicht schlecht gewesen. Andererseits tut die allgegenwärtige düstere Stimmung sowie die sich in den ersten Minuten intensiv ankündigende Bedrohung dem Film auch gut, sie verleiht ihm eine beständige Stimmung des Unheils - für einen Katastrophenfilm nicht das Schlechteste.

Obwohl vieles in "Storm Hunters" wie zu erwarten aus dem Computer stammt, kommt der Film - und das ist in diesem Fall eine gute Eigenschaft - nicht zu Effekte-überladen und künstlich daher. Vieles wirkt handgemacht, etwa wenn die unzähligen Autos, Bäume oder Straßenschilder wie wild durch die Lüfte geschleudert, Häuser-Dächer von ihrer Befestigung gelöst oder die Menschen von der herrischen Naturgewalt mitgerissen werden. Besonders gelungen sind die mitreißenden Szenen in der Schule, in der sich die Absolventen gemeinsam mit ihren Lehrern zu Beginn des Sturms verschanzen. Ein wenig anstrengend muten die im klassischen Found-Footage-Stil gehaltenen Wackel-Bilder an, die zwar für einen hohen Grad an Realismus und Authentizität sorgen, aber auch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration vom Betrachter einfordern, damit dieser alles mitbekommt - auch wenn die verwackelten Bilder nicht ganz so nerv tötend geraten sind wie etwa im Monsterfilm "Cloverfield".

Fazit: Realistischer, mitreißender Tornado-Thriller, der ohne Handkamera und Wackel-Bilder und mit ein bisschen weniger Ernsthaftigkeit noch besser funktioniert hätte.




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