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Eine ganz ruhige Kugel (2013)

Les Invincibles

Französische Komödie mit Gérard Depardieu: Die beiden Kleinkriminellen Momo und Jacky trainieren eisern für eine internationale Boulemeisterschaft. Der algerisch-stämmige Momo wird sogar Teamchefs des französischen Teams, dann aber als vermeintlich illegaler Einwanderer abgeschoben. Daraufhin überzeugt Jacky seinen Freund, mit dem algerischen Team ins Rennen zu gehen...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
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Momo (Atmen Kelif), Sohn algerischer Einwanderer, und sein bester Freund und Mentor Jacky (Gérard Depardieu) schlagen sich mit Gelegenheitsjobs und als Kleinkriminelle durchs Leben. Als der schmierige Stéphane Darcy (Edouard Baer) eine internationale Boule-Meisterschaft mit 500.000 Euro Preisgeld ankündigt, wittern Momo und Jacky ihre große Chance. Fortan trainiert Jacky seinen Zögling Momo Tag und Nacht. Trotz aller Ressentiments und mit Hilfe der selbstbewussten Caroline (Virginie Efira) wird Momo ins französische Team gewählt und avanciert bald zum Star und Teamchef. Als der Sponsor jedoch Widerstand gegen den algerisch-stämmigen Momo anmeldet und dieser als vermeintlich illegaler Einwanderer abgeschoben wird, sieht sich Momo vorerst am Ende seiner Träume. Caroline und Jacky geben jedoch nicht auf und überzeugen Momo, sich noch mal ins Rennen zu begeben – diesmal als Chef des algerischen Teams…

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Egal zu welchen Dimensionen die Plauze anwachsen mag oder ob Gerard Depardieu sich aus steuerlichen Gründen mit Staatsoberhäuptern verbrüdert, die eine sehr fragwürdiges Demokratie- und Freiheitsauffassung an den Tag legen - er ist und bleibt die Ikone des französischen Kinos. In seinem neuesten Werk "Eine ganz ruhige Kugel" spielt er den Trickbetrüger und Boule-Guru (Jacky), der gemeinsam mit seinen Zögling und Gauner-Partner Momo (Atmen Kelif), algerischer Herkunft, andere Boule-Spieler systematisch ausnimmt. Ihre Ambitionen wachsen aber rasch, als bei einem internationalen Boule-Wettbewerb das große Geld winkt.

Ein wenig fühlt man sich bei dieser Ausgangskonstellation an Martin Scorseses Kultfilm "Die Farbe des Geldes" erinnert; dort zockten seinerzeit Paul Newman und Tom Cruise andere Poolbillard-Spieler ab, auf ihrer Reise zu einem großen Turnier. Doch, bei aller Sympathie, Depardieu ist nicht Newman, und ob man Atmen Kelif einen Gefallen erweisen würde, sollte man ihn mit (dem jungen) Cruise vergleichen, sei einfach dahingestellt.

Die sentimentale Verwirrung hält ohnehin nur eine kurze Weile an. Danach dehnt sich die inhaltlich dünne Geschichte kaugummiartig über ihre Spieldauer von knappen 100 Minuten, die gefühlt um einiges länger wirken. An Fahrt will "Eine ganz ruhige Kugel" nur schwerlich gewinnen. Damit wird der Film seinem Titel vollauf gerecht, und auch Depardieu stolziert höchst bedächtig herum, als sei er glatt darum besorgt, er könne sich bei zu viel Beschleunigung einen Muskel zerren.

Einer gewissen Süffisanz entbehrt das alles dennoch nicht. Wer aber größere Unterhaltungswerte erwartet oder sich gar Gags mit euphorisierender Wirkung erhofft, wird über weite Strecken vermutlich enttäuscht werden. Ohnehin wirkt "Eine ganz ruhige Kugel" etwas speziell, als sei er im Grunde gar nicht für den Markt außerhalb Frankreichs produziert worden. Das liegt in erster Linie noch nicht einmal an der Sportart, die hier im Mittelpunkt steht – auch wenn Boule hierzulande eine eher bescheidene Faszination entfaltet.

Es ist vielmehr das Gefühl von der Geschichte nicht wirklich angesprochen zu werden, das sich hartnäckig mit zunehmender Spielzeit breit macht. Und selbst als universelle Themen wie Rassismus in den Fokus rücken, als Momo als Sohn algerischer Migranten von den anderen Teilnehmern des Boule-Wettbewerbs diskriminiert und zuletzt sogar zurück in seine vermeintliche Heimat abgeschoben wird, verbreitet der Film nicht die Emotionalität, die dringend nötig wäre, um mit dem Geschehen ernstlich mitschwingen zu können.

Fazit: Entschleunigte Dramödie, die nicht wirklich sauer aufstößt, aber eben auch weitestgehend unbeteiligt lässt. Ein tiefenentspannter Gerard Depardieu spult zwar mit einiger Ironie routiniert seine Rolle runter, befördert jedoch auch kaum Leben in die Handlung.




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Land: Frankreich
Jahr: 2013
Genre: Komödie
Länge: 98 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 03.07.2014
Regie: Frédéric Berthe
Darsteller: Gérard Depardieu als Jacky Camboulaze, Atmen Kelif als Momo, Virginie Efira als Caroline Fernet
Verleih: Universum Film

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