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Kritik: 3 / Tres (2012)


Südamerikanische Filme schaffen es hierzulande nur selten ins Kino. Das ist bedauernswert, da dort in den letzten Jahren eine interessante Filmlandschaft entstanden ist. Umso verwunderlicher ist es, dass nun gerade "3 / Tres" vom Regisseur Pablo Stoll ("Whisky", "Hiroshima") der Sprung in die europäischen Kinos gelungen ist.

Der Stoff ist nicht neu, dennoch hätte man aus der Geschichte einiges machen können. Stoll jedoch begnügt sich, die drei Hauptcharaktere in einzelnen Facetten zu portraitieren ohne die Gesamtheit im Blick zu behalten.
Die fünfzehnjährige Ana ist eine nicht untypisch Pubertierende, die der Schule und ihrem Hobby Handball zunehmend den Rücken kehrt und sich dem anderen Geschlecht nähert. Sei dies nun auf Partys mit Gleichaltrigen oder bei Affären mit Älteren. Soweit so gut, so trivial. Auf eine tiefergehende Analyse wird verzichtet. Die Eltern sind seit geraumer Zeit geschieden und haben natürlich auch ihre alterstypischen Probleme. Während die Mutter eine Bekanntschaft mit einem Mann eingeht, der sie mit dem Vorlesen philosophischer Texte beeindruckt, versucht der Vater wieder in Kontakt mit Ex-Frau und Tochter zu treten. Er kocht bei ihnen und lässt die Wohnung renovieren, das alles ungefragt. Wer nun auf tiefergehende Dialoge oder Handlungen hofft, wird enttäuscht. Dass beispielsweise der Vater der Familie wegen einer jüngeren Frau den Rücken gekehrt hat, wird nicht thematisiert. Und in diesem Zusammenhang fehlt auch die Reaktion auf seine Rückkehr, nachdem diese ihn offensichtlich verlassen hat. Das alles passiert in endlosen Szenen ohne dass sich ein Konflikt zuspitzt und es zu einer Klimax kommt.
Und so plätschern die ohnehin langen 115 Filmminuten dahin, ohne dass der Zuschauer das Gefühl hat, einer fortlaufenden Geschichte zu folgen.

Offiziell ist "3 / Tres" als eine Dramödie deklariert. Allerdings bewegt sich der Film für ein Drama zu sehr an der Oberfläche und für eine Komödie sind die Szenen, denen man ein Lächeln abgewinnen kann, zu rar gesäht.

Einzig die Schauspieler sind ein Lichtblick in diesem sonst schwachen Streifen, der eindeutig das Potential zu mehr gehabt hätte.

Fazit: In "3 / Tres" wird eine durchaus interessante Problematik mit Augenzwinkern behandelt. Mit einer zwar guten schauspielerischen Besetzung ist die dramaturgische Umsetzung leider gründlich misslungen.





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