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Antons Fest (2013)

In John Kolya Reicharts Kinodebüt eskaliert ein Familienfest auf dramatische Weise.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
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Anton wird 30 und will diesen Anlass nutzen, um mit den Menschen, die ihm am nächsten sind, zu feiern. Deshalb hat der junge Mann Familie und Freunde zu einem kleinen Hof mitten in der Uckermark eingeladen und tatsächlich sind sie alle gekommen, mitten in dieses idyllische Niemandsland an der polnischen Grenze: Antons Mutter, seine Geschwister Tillman und Marla, Marlas Freund Max, die gute Freundin Jule und zum Erstaunen aller erscheinen auch der von der Familie getrennt lebende Vater sowie Antons Exfreundin Ewa. Nur einer lässt sich nicht blicken und das ist ausgerechnet das Geburtstagskind selber. So warten die Gäste und haben dabei doch nur wenig Hoffnung, dass Anton noch auftauchen wird. Statt ausgelassen zu feiern kippt die Stimmung schnell und alte Konflikte brechen auf – das Familienfest wird zu einem wahren Psychodrama.

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Hinter John Kolya Reicharts Spielfilmdebüt scheint vor allem der Wunsch zu stehen, es anders zu machen: Das fängt beim Drehbuch an, welches Reichart und sein Ko-Autor Frank Hoffmann gemeinsam erarbeitet haben, indem jeder der Autoren unabhängig vom anderen eine Hälfte der Figuren entwickelt hat. Erst danach wurden die Einzelgeschichten miteinander verknüpft und um den erzählerischen roten Faden der Geburtstagsfeier des Protagonisten drapiert.

Als ähnlich unkonventionell erweist sich auch die filmische Umsetzung dieses Stoffes, der vor allem in visueller Hinsicht herausfordert. Denn statt klassischen Establishing Shots oder Schuss-Gegenschuss-Einstellungen setzt Dominik Bergs Bildgestaltung voll und ganz auf eine zittrige Handkamera, die immer dicht an den Schauspielern bleibt und den umliegenden Raum nur in Bruchstücken erfasst. Dem emotionalen Chaos der Geschichte wird somit in Form von unruhigen, nach Aufmerksamkeit verlangenden Bildern Rechnung getragen, die die Orientierung des Publikums spürbar erschweren dürften.

Doch so stimmig wie in diesem Aspekt ist "Antons Fest" leider nicht in jeder Hinsicht: Der Mut zum Experiment trifft hier auf arg klischeehafte Figuren, der Anspruch des Kunstkinos auf mitunter an Boulevardtheater erinnernde Darbietungen, absurde Komödie auf realistisches Drama und lockere Improvisationen auf ein überkonstruiertes Drehbuch. Unbeholfen schwankt der Film zwischen den Extremen und verspielt dabei rasch jede Glaubwürdigkeit. So fällt es trotz aller guten Absichten schwer, sich überhaupt auf die Figuren und ihre Konflikte einzulassen. Am Ende bleibt es bei der Erkenntnis, dass anders nicht unbedingt besser ist.

Fazit: John Kolya Reichart wagt mit seinem Kinodebüt ein filmisches Experiment, das leider nicht ganz funktionieren will. Sein Drama schwankt unbeholfen zwischen Improvisation sowie Überkonstruiertheit und verspielt dabei jede Glaubwürdigkeit.




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Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 93 Minuten
Kinostart: 04.02.2016
Regie: John Kolya Reichart
Darsteller: Andreas Bichler, Brigitte Böttrich, Milena Dreißig
Verleih: Daredo Media GmbH

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