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Gold - Plakat
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© Piffl Medien

Kritik: Gold (2013)


Nachdem er mit "Im Schatten" einen bemerkenswerten Beitrag im von deutschen Filmemachern oftmals vernachlässigten Genre des Thrillers geleistet hat, ist Thomas Arslans Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "Gold" der Versuch, einen deutschen Western zu drehen. Allerdings reicht "Gold" nicht an "Im Schatten" heran, sondern ist ein weitgehend zäher und langatmiger Film geworden, von dem allenfalls einige Bilder, eine Amputationsszene und (unfreiwillig) komische Dialogzeilen in Erinnerung bleiben.

Insbesondere in der ersten Hälfte seines Films verwendet Thomas Arslan zu viel Zeit dafür, die einzelnen Figuren einzuführen. Die Gruppe besteht aus dem trinkenden Journalisten Gustav, der vor allem über die Reise berichten will, den in New York in einem engen Apartment lebenden Rossmann (Lars Rudolph), der auf ein besseres Leben für seine Familie hofft, dem Ehepaar Maria (Rosa Enskat) und Otto Dietz (Wolfgang Packhäuser), das sein Restaurant für einen Neuanfang verkauft hat, dem geheimnisvollen Packer Carl Boehmer (Marko Mandic) und der allein reisenden Emily Meyer (Nina Hoss), die nichts mehr hat, was sie in ihrer alten Heimat Chicago hält. Auf ihrem Weg stehen ihnen nun – dem Genre gemäß – einige Strapazen bevor: Sie haben Schwierigkeiten mit einem Planwagen, kommen vom Weg ab, begegnen Fremden und erleiden Unfälle. Je weiter der Weg geht, desto mehr bricht die Gruppe auseinander. Denn nicht jeder kann diese Strapazen aushalten.

Mit der Zähigkeit des Films macht Thomas Arslan die Strapazen der Reise sichtbar, allerdings sind die Parallelen zu Kelly Reichardts "Meek’s Cutoff" allzu deutlich – und ihr Neo-Western ist deutlicher besser und auch radikaler. Hier fehlt "Gold" die letzte Konsequenz im Erzählen. Erst im letzten Drittel findet der Film seinen eigenen Stil und endet in einem Shoot-Out, das einer der wenigen Ansätze zur Neu-Interpretation des Genres ist. Davor aber ist Thomas Arslan zu wenig eingefallen. Darüber kann auch eine mit stoischer Miene glänzend aufspielende Nina Hoss nichts ändern.

Fazit: "Gold" ist ein zu konventioneller Genrefilm, der erst im letzten Drittel zu einem eigenen Ton findet.





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