VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Cuban Fury - Echte Männer tanzen
Cuban Fury - Echte Männer tanzen
© Studiocanal

Kritik: Cuban Fury - Echte Männer tanzen (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Im betrunkenen Kopf hatte Nick Frost die Idee, dass ein Film, in dem er viel tanzt, lustig sein könnte. Also mailte er seinen Vorschlag seiner langjährigen Produktionspartnerin Nira Park, die begeistert war – und innerhalb von 15 Monaten wurden Jon Brown als Drehbuchautor, James Griffiths als Regisseur und alle weiteren Mitwirkenden gefunden, so dass die Dreharbeiten beginnen konnten. Nun kommt "Cuban Fury" in die deutschen Kinos – und ist tatsächlich eine durchaus lustige Komödie geworden, in der viel getanzt wird.

Das Drehbuch folgt einer genremäßen dreiteilige Struktur: Ein Mann rafft sich endlich auf, überwindet seine Vergangenheit und nimmt einen neuen Anlauf. Zwischendurch muss er Hindernisse überwinden und Rückschläge hinnehmen, aber sofern er hartnäckig bleibt, winkt am Ende die schöne Frau. Dass "Cuban Fury" trotz der Vorhersehbarkeit der Handlung dennoch Spaß macht, liegt daher vor allem an Hauptdarsteller Nick Frost. Es gelingt ihm, dass man an Bruces Leben Anteil nimmt, ohne auf ihn herabzublicken, sondern im besten Sinn des Wortes mit ihm mit-leidet. Dabei gibt er ihn selbst bei einer unnötigen Brustenthaarungs- und Selbstbräunerszene niemals nur der Lächerlichkeit preis, sondern fügt eine weitere Ebene hinzu – die Unsicherheit, die Eitelkeit, aber auch die Möglichkeit, trotz eines beachtlichen Übergewichts ein guter und begehrenswerter Tanzpartner zu sein.

"Cuban Fury" ist somit voll und ganz auf Nick Frost zugeschnitten und daneben bleibt nur wenig Platz für die anderen guten Darsteller: Olivia Coleman ist herrlich als Bruces Schwester, jedoch gibt ihr das Drehbuch zu wenige Szenen und Raum für Entwicklungen. Immerhin liefert sie sich einige schöne Dialoge mit Bruce. Auch Ian McShane als Bruce‘ Ex-Tanzpartner bleibt fast nur ein grimmiges Gesicht. Und Chris O’Dowd passt sehr gut in die Rolle des schmierigen Drew und liefert sich einen sehenswerten Dance-Off mit Bruce, aber er bleibt der stereotype Gegenspieler um das Herz einer Frau. Auch Rashida Jones spielt die begehrte Julia mit viel Wärme, aber sie bleibt auf das Objekt der Begierde beschränkt.

Insgesamt weiß "Cuban Fury" auf konventionelle Weise zu unterhalten – dieser Film ist im besten Sinn des Wortes nett anzusehen. Und so endet er auch mit der versöhnlichen Aussage, dass sich ein Mann nicht äußerlich verändern muss, um die Frau seines Herzens zu erobern, sondern vielmehr seiner Leidenschaft folgen muss. Und in einer romantischen Komödie mit einer weiblichen Hauptfigur wäre dieses Ende eine Sensation. Fazit: "Cuban Fury" ist eine harmlose Komödie mit einem gut aufgelegten Nick Frost.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.