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Kritik: Rama Dama (1990)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Regisseur und Kameramann Joseph Vilsmaier (1939-2020) legte im Jahre 1989 mit dem Heimatfilm "Herbstmilch" ein sehr erfolgreiches Regiedebüt vor, dem er zwei Jahre später das Drama "Rama Dama" folgen ließ. Abermals übernahm seine Ehefrau Dana Vávrová die Hauptrolle – und auch deren gemeinsame Tochter Janina Vilsmaier wirkte wieder mit. "Rama Dama" fängt zudem die echte Geburt der zweiten Tochter Theresa ein.

Der Film befasst sich mit dem Schicksal der sogenannten Trümmerfrauen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dabei gelingt es Vilsmaier, die Stimmung der damaligen Zeit treffend abzubilden. Insbesondere die Szenen, in denen die Protagonistin Kati Zeiler mit anfangs sehr vielen Frauen auf dem Bahnsteig steht und unter den heimkehrenden Soldaten am Münchner Hauptbahnhof ihren Ehemann Felix sucht, sind glaubhaft umgesetzt. Gewiss setzt "Rama Dama" oft auf melodramatische Elemente; ins Zentrum rückt vor allem ein Liebesdreieck, bestehend aus Kati, dem charmanten Hans und dem letztlich doch noch zurückkehrenden Felix. Eine tief gehende Analyse der Nachkriegstraumata ist Vilsmaiers Werk nicht – aber in jedem Fall ein Film, der seine Figuren ernst nimmt und sich für etliche historische und zwischenmenschliche Details interessiert.

Auch das Schauspiel überzeugt. Wie schon in "Herbstmilch" sowie später etwa in "Schlafes Bruder" (1995) oder in "Bergkristall" (2004) liefert Vávrová eine starke Leistung, unterstützt von ihrem einnehmenden "Herbstmilch"-Co-Star Werner Stocker.

Fazit: Ein atmosphärisches, gut gespieltes Nachkriegs-Melodram mit einfühlsamem Blick auf die Situation von Trümmerfrauen.




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