VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Chasing Ice
Chasing Ice
© Dogwoof Pictures

Kritik: Chasing Ice (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Es ist nicht das erste mal, dass es das Thema "Globale Erderwärmung" auf die große Leinwand schafft. Die drastischen Auswirkungen des Treibhauseffektes auf die Natur machten bereits Al Gores "Eine Unbequeme Wahrheit" und – vor fast zehn Jahren – Roland Emmerichs Katastrophen-Blockbuster "The Day After Tomorrow" deutlich. "Eine unbequeme Warheit" war zwar umfassend und informativ, jedoch fehlten dem Film die überzeugenden (Natur-) Bilder. Die Story von "The Day after Tomorrow" war – trotz der schon damals realen Bedrohung – immer noch fiktional und den Gedanken fantasievoller Drehbuchautoren entsprungen. Den endgültigen Beweis, dass es sich bei der Erderwärmung um eine reale Gefahr handelt, die u.a. das Sterben der Gletscher zur Folge hat, liefert nun die mitreißende Doku "Chasing Ice" von Jeff Orlowski. Wie kein anderer Film zuvor dokumentiert "Chasing Ice" den weltweiten Gletscherschwund, vor allem dank noch nie zuvor gesehener Zeitraffer-Aufnahmen.

Im Zentrum steht der passionierte Bergsteiger und Naturfotograf James Balog, der schon seit Jahren für das renommierte National Geographic-Magazin um die Welt reist. Balog war seit jeher ein großer Skeptiker, was den Klimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung betraf. Das änderte sich allmählich, als Balog 2007 sein Projekt "Extreme Ice Survey" ("EIS") initiierte, das mehrere Expeditionen u.a. in die abgelegenen Gebiete der Arktis vorsah. Begleitet wurde der Fotograf auf seinen Reisen von einem Team aus Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Fotografen – und von Doku-Filmer Jeff Orlowski, der Balog anbot, ihn unentgeltlich zu begleiten und die Reisen in die spektakulären Gletschergebiete Alaskas, Islands und Grönlands filmisch zu dokumentieren. Der Filmtitel ist dabei Programm: Balog jagte den Gletschern regelrecht hinterher, um sie für die Kameras einzufangen – ehe es zu spät ist.

Um das Ende und den allmählichen Zerfall der mächtigen Eisflächen visuell deutlich zu machen, installierte das Team über 20 Spezialkameras an unwirtlichen Orten. Die unter Lebensgefahr in unmittelbarer Nähe der Eisberge montierte Spezialausrüstung musste dabei Extrembedingungen standhalten: Temperaturen bis zu Minus 40 Grad Celsius oder hurrikan-artige Stürme waren keine Seltenheit, und das über viele Jahre am Stück. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Die im Laufe der Zeit entstandenen, unzähligen Bilder, wurden für "Chasing Ice" zu noch nie gesehenen Zeitraffer-Aufnahmen zusammengesetzt. Visuell bestechend, machen sie das Verschwinden der prächtigen Eislandschaften deutlich und für den Zuschauer erfahrbar. Doch nicht nur die Naturbilder, gleichzeitig atemberaubend und nachdenklich stimmend, sind Inhalt des Films.

"Chasing Ice" zeigt auch, wie schwierig es war, zu diesen Aufnahmen zu gelangen. Orlowski ist dabei stets dicht an Balog und seinem Team und filmt z.B., wie die Experten unter größter Anstrengung im Boot oder zu Fuß versuchen, die unpässlichen, abgeschiedenen Gegenden zu erreichen. Zelte werden davongeweht, die Ausrüstung durch die Luft geschleudert.

Größter Schreckmoment: Als nach einigen Monaten die (unfassbar teuren) Kameras überprüft werden, entdeckt das Team, dass einige Zeitschalter nicht ordnungsgemäß ausgelöst haben. Das gesamte Projekt steht vor dem Aus. Wie die Mannschaft auch dieses Problem löst, zeigt der Film. "Chasing Ice" hat mit 75 Minuten genau die richtige Laufzeit, um sich ohne Anflüge von Langatmigkeit im Kino mit dem Thema zu befassen.

Fazit: Kein anderer Film machte die Gefahren und Folgen des weltweiten Klimawandels je deutlicher als die visuell beeindruckende Doku "Chasing-Ice", deren herausragende Zeitraffer-Bilder im Gedächtnis bleiben.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.