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Sagrada - Das Wunder der Schöpfung
Sagrada - Das Wunder der Schöpfung
© Arsenal

Kritik: Sagrada - Das Wunder der Schöpfung (2012)


Die Sagrada Família ist eine römisch-katholische Basilika in Barcelona und gehört zu den imposantesten von Menschenhand geschaffenen Bauwerken der Welt. Das Besondere an ihr ist, dass bis heute an ihr gebaut wird. Bereits 1882 begann man mit dem Bau und die jüngsten Prognosen sprechen davon, dass erst 2026 mit einer Fertigstellung zu rechnen sei. Und obwohl sich die Kathedrale noch mitten im Bau befindet, ist sie ein Werk der Superlative: Wenn die Sagrada Família vollendet ist, werden insgesamt 18 Türmen in die Luft ragen und einer von ihnen soll dann mit 170 Metern zum höchsten Turm der Welt gekrönt werden. Vor einigen Jahren nahm die UNESCO die Krypta, die Geburtsfassade und die Apsisfassade in ihre Liste des Weltkulturerbes auf. Und im November 2010 weihte Papst Benedikt XVI. die Kirche, die im Jahr von rund drei Millionen Menschen besucht wird, und erhob sie zugleich zur päpstlichen Basilica minor.

Der Vater des Bauwerks ist der katalanische Architekt Antoni Gaudi, für den die Sagrada Família zum Lebenswerk wurde. Die letzten 18 Jahre seines Lebens widmete er alleine der beeindruckenden Kathedrale, in dem Wissen, ihre Vollendung zu Lebzeiten nicht mehr mitzubekommen. Bis heute ranken sich viele ungeklärte Fragen um den Baumherrn. Was war er für ein Mensch und was trieb ihn an, diesen bombastischen Bau zu seiner Lebensaufgabe zu machen? Wer waren seine zahlreichen Nachfolger, die die Bauarbeiten über einen Zeitraum von mittlerweile über 120 Jahren vorantrieben? Und wer sind die Menschen – Handwerker, Künstler und Architekten – die heute an der Sagrada Família weiter arbeiten und sie vollenden wollen? Dies alles sind Fragen, die der Filmemacher Stefan Haupt in seiner Dokumentation "Sagrada" beantworten will. Mit viel Leidenschaft und voller Hingabe für das Bauwerk, entwirft er ein umfassendes, spannendes Porträt über eine der spektakulärsten Kathedralen der Welt.

Stefan Haupt zeichnet mit seinem Film den Entstehungsprozess der Sagrada von seinen Anfängen bis heute nach. So geht er etwa – als einem der wesentlichen Aspekte des Films – der Frage nach, worin der Ursprung dieses Bauwerkes begründet liegt, d. h. was für ein Mensch der Vater der Sagrada, Antoni Gaudi, war. Haupt lässt Zeitzeugen zu Wort kommen, die Gaudis Arbeit an dem Bau noch miterlebten und befragt Personen, die seine Arbeit wissenschaftlich bewerten und erklären: Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler und Architektur-Professoren. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild von dem Star-Architekten, dessen Motivation durch die Gespräche und Interviews deutlich wird.

"Sagrada" schlägt aber auch gekonnt den Bogen zur Gegenwart, in dem Regisseur Haupt immer wieder auch die aktuellen Bauarbeiten an der Kathedrale zeigt. Beeindruckend sind die Bilder, die offenlegen, dass – inmitten der pulsierenden Weltmetropole Barcelonas – die Bauarbeiten in vollem Gang vorangetrieben werden. Und das alles, während das Leben in hoher Geschwindigkeit an der Sagrada vorbeizieht. Haupt spricht mit den Bauarbeitern und Architekten und gibt einen ausführlichen Einblick in ihre Arbeit sowie ihren Wissens- und Erfahrungsschatz rund um das Gebäude. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Gaudi sah das Ende nicht und ich werde es auch nicht sehen." Mit diesen Worten bringt der heutige Chef-Architekt die Arbeit an der Sagrada auf den Punkt. Dieses Zitat macht deutlich, dass es allen Beteiligten nicht darum geht, die Kathedrale vollendet zu sehen, sondern schlicht und ergreifend an ihrem Weiterbau und der Weiterentwicklung teilhaben zu dürfen.

Fazit: "Sagrada" ist eine spannende, informative Dokumentation über eine der spektakulärsten Kathedralen der Welt, die einen ausführlichen Einblick in die Geschichte des Bauwerks gibt.





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